Trotzdem Ja zum Leben sagen

Während des Lockdowns ab Mitte März habe ich ein Buch von Viktor E. Frankl, dem Begründer der Logotherapie , gelesen. In diesem beschreibt er seine Zeit im Konzentrationslager. Trotz dieses schweren Themas ist sein Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ von einem optimistischen Ton getragen.

Auch wenn unsere Zeit nicht mit der Situation vergleichbar ist, die Frankl durchlebt hat, so bleiben mir doch seine Lehren, die er aus dieser Zeit gezogen hat und die ich mit Euch teilen möchte, im Gedächtnis. Ich finde, sie können für uns gute Orientierungspunkte sein, um durch diese Wochen und die Nach-Corona-Zeit zu kommen.

Hier nun ein paar seiner Erfahrungen/Gedanken:

  • Jeder Mensch hat in jeder Lage die Freiheit, sich zu den ihn umgebenden Verhältnissen so oder so einzustellen. Wichtig ist die innere Einstellung zu den Dingen.
  • Die geistige Freiheit des Menschen lässt ihn die Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten – auch im Leiden.
  • Wer keinen inneren Halt hat, lässt sich geistig und menschlich fallen und verfällt den äußeren Einflüssen. Wer einen inneren Halt hat, kann sich dagegen wehren.
  • Wer das Warum des eigenen Lebens und sein Lebensziel kennt, kann das Wie der gegenwärtigen Lage ertragen und ist ihr gewachsen.
  • „Leben heißt also: Verantwortung tragen für die rechte Beantwortung der Lebensfragen, für die Erfüllung der Aufgaben, die jedem Einzelnen das Leben stellt und für die Erfüllung der Forderung der jeweiligen Stunde.“
  • Diese Forderung und damit der Sinn des Lebens ist von Mensch zu Mensch und von Augenblick zu Augenblick verschieden und jeweils sehr konkret.
  • Jeder Mensch steht mit seinem auch leidvollen Schicksal im ganzen Kosmos einmalig und einzigartig da. Darin wie er oder sie als Betroffene(r) das Leid trägt, liegt die einmalige Möglichkeit zu einer einzigartigen Leistung. Diese Sicht der Dinge kann vor Verzweiflung retten.

Soweit Frankls Gedanken.

Vielleicht können gerade dann, wenn wir in diesen Zeiten neu nach dem Sinn unseres Lebens und speziell dieser besonderen Wochen und Monate fragen, diese Impulse für unser Leben fruchtbar werden.

Ludger Fest, 23.05.2020

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