Angefressen an Weihnachten?

Irgendwie fühlen wir uns doch alle in dieser Corona-Pandemie mittlerweile ziemlich angefressen. Die Einschränkungen des gewohnten Alltagslebens scheinen kein Ende zu nehmen. Und die Zukunft ist nach wie vor ungewiss.

Doch wenn man – wie in diesem Bild – angefressen ist, dann kommt etwas Neues zum Vorschein, etwas bisher Verborgenes, vielleicht ein wertvoller und nützlicher Kern. Und richtig arrangiert, entsteht plötzlich etwas Größeres und ganz Anderes.

Vielleicht kann das in unserem Ärger über die unendliche Corona-Geschichte auch so sein, dass irgendwo die wahre Weihnachtsgeschichte hindurchschimmert.

Angefressen zu sein, heißt, dass wir so richtig genervt sind. Wenn wir uns ärgern, sind unsere übersinnlichen Antennen eingefahren, und wir achten zunächst nur auf unsere Gefühle der Wut – das, was weh tut und uns gereizt macht. Vielleicht erkennen wir aber gar nicht, was sich dadurch innerlich auch zum Positiven verändern kann, was aus der Dunkelheit ins Licht kommen will.

Weihnachten bringt Licht in unsere dunkle Welt, in unseren mühsamen Corona-Alltag und in unser ganz persönliches Leben. Das, was durch das Angefressenwerden an Abfall übrig bleibt, kann zur weichen Unterlage werden, die uns auffängt und weich bettet.

Bitten wir in unserem Angefressensein die Heiligen Familie um Schutz für all die Veränderungen, die auf uns zugekommen sind und noch auf uns zukommen werden.

In diesem Sinne ein gesegnetes zweites Weihnachtsfest unter Corona-Begingungen.

Marion und Johannes Lerch (24.12.2021)

Jerusalema-Song erbittet Gottes Schutz

Ein Song des Südafrikaners DJ Master KJ (Kgaugelo Moagi) und der Sängerin Nomcebo Zikode bringt derzeit die Welt zum Tanzen. Gerade in trüben Corona-Zeiten zaubert die Melodie von „Jerusalema“ Alt und Jung, Arm und Reich, Schwarz und Weiß ein Lächeln ins Gesicht.

Der gospelähnliche Song basiert auf tanzbaren elektronischen Beats, über denen die tiefe, voluminöse Stimme von Zikode zu hören ist. Im Text, der die Schönheit Jerusalems besingt, wird Gottes Schutz und Führung erbeten: „Rette mich … verlass mich nicht … geh mit mir.“  Den Text hat sie in ihrer Muttersprache isiZulu geschrieben, er drückt ihre eigene Sehnsucht aus, ihre Bitte an Gott: „Lass mich nicht hier, dies ist nicht mein Zuhause. Bring mich nach Jerusalema, wo ich Frieden und Glück finden kann.“ Mit ‚Jerusalema‘ ist ein spiritueller Ort gemeint, an dem man Frieden findet, es keine Sorgen, sondern nur Glück und fröhliche Menschen gibt.“

Gerade in diesen Corona-Zeiten sei das wohl auf Resonanz gestoßen, sagt der 24-jährige Musiker. In den sozialen Medien gibt es mittlerweile viele Videos von Menschen, die verzückt lächelnd zu den Rhythmen des Songs tanzen, wie das obige Videobeispiel zeigt. Die afrikanische Lebensfreude, die der Ende 2019 veröffentlichte Gute-Laune-Hit und die Tänze versprühen, traf in der einsetzenden Corona-Pandemie wohl einen Nerv und ist Ursache für die anhaltende Popularität: Mitte August haben bereits 80 Millionen Menschen das Video gesehen.

Die Choreographie kann auch mit ausreichender Corona-Distanz getanzt werden. Weltweit tanzen Menschen mit den gleichen Bewegungen auf der Straße, in Hinterhöfen, Quarantäne-Unterkünften, Kirchen, Slums oder Krankenhäusern.

„Der Lockdown bedeutet natürlich Stress“, erklärt Master KG“, Leute verlieren ihre Jobs und so weiter. Aber ausgerechnet in dieser Zeit zu erleben, dass sie zu unserem Song tanzen und für einen Moment ihre Sorgen vergessen, ist wunderbar. Es macht mich glücklich und noch kreativer.“

Hier einige von unzähligen Tanzvideos zu „Jerusalema“:

(Johannes Lerch 17.08.2020)