Erste Impfaktion vor 2000 Jahren mit weltweiten Auswirkungen

Viele setzen in diesen Tagen ihre Hoffnungen auf die Impfung. Mag sein, dass diese berechtigt sind, haben doch Impfungen schon viel Gutes in der Medizingeschichte bewirkt. Chroniken berichten von einer ganz besonderen Impfung schon in Urzeiten – vielleicht die erste Impfaktion überhaupt, die vor etwa 2000 Jahren initiiert wurde. Ein besonderer Medizinmann hat sie angekündigt und wohl auch vorbereitet. Aber erst nach seinem Tod wurde das Serum unter den Menschen verteilt, etwa zwölf Personen waren die ersten, die geimpft wurden.

Die ersten Nebenwirkungen sind recht gut dokumentiert: Die Betroffenen glühten zunächst und fühlten sich so heiß, als würden aus ihren Köpfen Flammen aufgehen. Aber mit der Zeit waren sie immer mehr begeistert, denn sie fühlten sich plötzlich stark – sie konnten verbiegen, was starr geworden ist, sie wärmten, was kalt war und bewässerten das Trockene. Ihnen war aber plötzlich auch möglich, Weinende zu trösten, Verwundete zu heilen und Wütende zu mäßigen.

In den Augen ihrer Mitmenschen strahlten sie, als würden ihre Herzen leuchten. Das überzeugte so stark, dass sie – bei aller Ablehnung, die sie auch erfuhren – ihre besondere Impfaktion erfolgreich weiterführen konnten und schon bald die halbe Welt erreichten. Dies gelang auch deshalb so leicht, weil sie es schafften, alle Interessierten mit deren vertrauten Worten anzusprechen, egal ob sie aus Rom oder Ägypten kamen, aus Libyen oder Mesopotamien. Der Erfolg dieser Impfaktion war so groß, dass schon verhältnismäßig bald die Herdenimmunität einsetzte.

Natürlich gab es von Anfang an auch Impfverweigerer und -gegner. Leider wurden manche von diesen auch ausfällig, und die Impfteams hatten es wahrlich nicht immer einfach, sich gegenüber starker Ablehnung zu behaupten. Aber der anhaltende Erfolg gab ihnen Recht und gibt auch deren Nachfolgern bis heute Recht. Allerdings sollte die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden, am besten jährlich. Nur glauben das viele wiederum nicht, weil sie alles, was diese Immunisierung bewirkt hat, schon für selbstverständlich halten und die Umstände davor (ohne Impfung) nicht kennen!

Jede und jeder Einzelne sollte dafür Sorge tragen, dass keine großen Impflücken entstehen und die über die Jahrhunderte kontinuierliche Aktion nicht plötzlich zunichtegemacht wird und neue schädliche Viren sich ausbreiten können. Die Lage ist nach wie vor ernst, wir dürfen nicht nachlässig werden!

Sorgen wir alle mit vereinten Kräften dafür, dass dieser stärkende Impf-Geist weitergegeben wird. Am Sonntagmorgen ist sicherlich irgendwo bei Euch in der Nähe ein Impftermin noch frei …

Ich wünsche allen begeisternde und gesegnete Pfingsten!

(László Strauß, 21.05.2021)

Wo der Geist schon kräftig wirkt

Um die Kraft des Heiligen Geistes müssen und sollen wir immer wieder neu bitten – aber kam und kommt er auch bei uns an? Ich lade Euch ein, den Blickwinkel zu wechseln: Lasst uns einmal rückblickend schauen, wo der Geist schon kräftig gewirkt hat oder auch noch wirkt – und vielleicht sogar durch jeden Einzelnen von Euch selbst!

Ich bin davon überzeugt, dass sich viele während der Corona-Krise in den letzten Wochen in ihrer Funktion und auf ihrem vorbestimmten Platz nach ihren Fähigkeiten so eingebracht haben, dass davon Betroffene nicht nur dankbar dafür sein konnten, sondern dass für manche von ihnen unser Einsatz wie das Wirken des Heiligen Geistes vorkam.

  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr als Arzt oder in einem anderen pflegenden Beruf für (Schwer-)Kranke bis zur Belastungsgrenze da wart.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr in politischen Ämtern oder sonstigen exponierten Positionen relevante Entscheidungen weiter vermitteln oder sogar in Eigenverantwortung selbst treffen musstet.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr in den sogenannten systemrelevanten Berufen für die Aufrechterhaltung der wichtigen Infrastrukturen gesorgt habt.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr in die Produktion und Vertrieb von Lebensmitteln involviert wart und damit die Versorgung der Gesellschaft sichergestellt habt.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr als Seelsorger oder als Ansprechpersonen in jeglicher Form der Lebenshilfe psychische und geistliche Stütze für Alleinstehende oder mit ihren Sorgen Alleingelassene geboten habt.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr Jüngere Euren älteren Nachbarn oder Bekannten praktische Hilfe angeboten habt, damit diese nicht unnötig ihr Zuhause verlassen mussten.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr in Eurer kleinen Zelle „Familie“ bedürftige Familienangehörige moralisch oder gar pflegend unterstützt habt, teilweise sogar abgetrennt von jeglichen externen Hilfen.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr im Vollzeiteinsatz für Eure Kinder präsent wart und – teilweise unter verschärften und eingeengten Verhältnissen – die Rolle des Lehrers, Trösters und Spielkameraden auf einmal übernommen habt.
  • Der Geist wirkte überall dort, wo Ihr die durch die Krise in Not geratene Mitmenschen finanziell entlastet habt, indem Ihr Eintrittskarten nicht erstatten ließet, Gastronomen durch Spenden oder vorzeitigen Kauf von Gutscheinen unterstütztet, oder sogar als Verpächter oder Vermieter auf die Euch zustehenden Zahlungen vorübergehend verzichtet habt.
  • Der Geist wirkte aber auch überall dort, wo Ihr einfach durch Homeoffice den Empfehlungen der Fachleute gefolgt seid, auf diese Weise öffentliche Räume und die Raumsituation an Eurem Arbeitsplatz entlastet und dadurch das Infektionsrisiko gemindert habt.
  • Und der Geist wirkt schließlich auch dort, wo Ihr – ob bei mehr oder weniger Einsicht – die Andersartigkeit dieses Jahres annehmt und den Verzicht, der bisher schon geboten war und noch kommen wird, akzeptieren könnt, egal wie schmerzlich er ist.

Seien wir uns also dessen bewusst, dass unser Handeln oft auch dann für andere ein Segen ist und be-geistern kann, wenn wir selbst denken: „Ich habe doch nur meine Pflicht getan …“

Wenn wir dieses Jahr an Pfingsten mit dem Ruf: Komm Heil‘ger Geist um dessen Beistand gebeten haben, uns zugleich aber bei dem Gedanken ertappen: Er kommt doch eh‘ nicht, dann lasst uns erstmal kurz innehalten und dem nachspüren, wo er vielleicht gerade in den letzten Wochen schon sehr wohl gewirkt hat und immer wieder wirkt – in meinem Leben durch andere, aber auch durch mich an anderen.

László Strauß, 02.06.2020

Pfingsten nach Corona

„Vor Pfingsten waren die Jünger in Quarantäne. Aber was passierte dann?“

Ein lustiges Video der Emmanuel School of Mission (ESM) zeigt, welche Freude der Heilige Geist schenken kann, wenn wir aus der Quarantäne in die Welt hinaus gesendet werden.

Johannes Lerch, 01.06.2020

Wir gehören zusammen! Komm, Heiliger Geist!

Foto: Dnalor 01/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0

Artikel I, 1, Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Genesis 1: Gott hat den Menschen geschaffen nach seinem Bild; männlich und weiblich. Einzigartig. Besonders. Begabt. Geliebt. Liebenswert. Gewollt. Gebraucht.

Du bist wichtig! Ich bin wichtig! Wir sind wichtig! Einzeln und als Gemeinschaft!

Eine Erfahrung des Menschseins ist, dass Menschen nicht glauben können, dass sie geliebt sind. Es hören wollen, dass sie gebraucht werden. Erfahren müssen, dass sie wichtiger Bestandteil eines Ganzen sind. Ein Leib, viele Glieder. Wo das nicht der Fall ist entstehen Minderwertigkeitsgefühle, Eifersucht, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Streit. Muss das sein?

Pfingsten schenkt Leben! Pfingsten schenkt Frieden! Pfingsten schenkt Neuanfang! Pfingsten schenkt Wandlung! Pfingsten schenkt Gottes guten Geist. Mit dem Pfingstfest werden die Mauern der Angst, Selbstbezogenheit, Unsicherheit, Einsamkeit, menschlichen Begrenztheit, in denen die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu gefangen waren, gesprengt.

Mit dem Pfingstfest sprudeln die Ideen, sprudelt die Energie, sprudelt das Leben. Das ist der Heilige Geist! Wo ist der Heilige Geist in meiner Welt, in meinem Leben, könnten Sie vielleicht fragen. Genau da – würde ich sagen: Genau da, wo Energie ist, wo unverhofft Kleines und Großes gelingt oder geschieht. Wo Wandel weiterführt, Fesseln gesprengt und Mauern übersprungen werden. Wo Bewegung zur Einheit führt. Wo jede zählt und jeder wichtig ist. Wo alle Talente zur Geltung kommen und sich entfalten dürfen. Wo in der Krise Hoffnung sichtbar wird und neue Gemeinschaft entsteht.

An diesem Pfingstfest wird noch manches anders sein als sonst. In der Corona-Krise sind wir durch Hygienebestimmungen und  Ausgangsbeschränkungen auf vielfache Weise voneinander getrennt. Und dennoch dürfen wir uns im Geist von Pfingsten miteinander verbunden und getragen wissen.

Der Geist weht, wo er will. Auch das ist Pfingsten. Gottes Geist ist gewaltig, lebendig, aber auch unfassbar und unplanbar. Er lässt sich nicht missbrauchen. Denn er weht, wo er will, und wird uns überraschen. Gebeten werden will er und gerufen. In unsere Welt, in unsere Leben, in Deine Wirklichkeit, in meine Sorgen hinein, mitten in eine große Krise unserer Zeit: Komm, Heiliger Geist! Veni sancte Spiritus!

Jesus in unserer Mitte: der Friede sei mit Euch – empfangt den Heiligen Geist! Das galt damals, das gilt heute! Das gilt für uns!

Wundervoller als in der Pfingstsequenz (aus dem 13. Jahrhundert) kann aus meiner Sicht der Heilige Geist nicht beschrieben werden. Besser kann er nicht herbei gerufen werden:

Komm herab, o Heil‘ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.

Frohe Pfingsten!

Juliane Schaad, 29.05.2020

P.S. Inspiriert wurde dieser Text von den Lesungstexten des Pfingstsonntags. Zum Nachlesen: Apostelgeschichte 2,1–11, 1 Korinther 12,3b–7.12–13,Johannesevangelium 20,19–23