Platzkarten in der Kirche?

Fast überall können nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen jetzt wieder Gottesdienste gefeiert werden. Wir waren gestern mit unseren Kindern dabei, und ich hatte mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, denn die Zahl der zugelassenen Besucher war limitiert.

Zählt jeder von unserer Familie einzeln oder wird unsere häusliche Gemeinschaft als ein Besucher gezählt? Werden wir abgewiesen, wenn wir zu spät kommen? Müsste ich nicht aus Nächstenliebe vorsichtshalber auf den Gottesdienstbesuch verzichten, um anderen nicht den Platz wegzunehmen?

Um Menschen nicht vor der Kirche abweisen zu müssen, vergeben einige Gemeinden Platzkarten, für die man sich vorher anmelden muss. Meine Mutter hatte sich eine Platzkarte telefonisch bestellt und per Post zugesandt bekommen. Was für ein Aufwand. Wenn das so weitergeht, gibt es vielleicht bald eine komfortable Online-Registrierung für den Gottesdienstbesuch – und die Logenplätze auf der Empore? Nein, denn wir wollen den Gottesdienst ja aktiv mitfeiern und nicht nur zuschauen wie im Kino. Vielleicht haben wir uns bei den Livestream-Messen der letzten Wochen auch daran gewöhnt, dass wir gut in der ersten Reihe sitzen können und wagen uns jetzt auch in der Kirche, mal einen Platz weiter vorne einzunehmen.

Aber ob wir überhaupt einen Platz bekommen? Was mir in den Sinn kommt, ist erst einmal der Wirtschaftskundeunterricht über Angebot und Nachfrage. Oft erleben wir unsere Gottesdienste als Angebot mit nur geringer Nachfrage. Wenn jetzt aber das Angebot begrenzt und nur wenige Menschen einen Gottesdienst besuchen dürfen, die Nachfrage von ausgehungerten Christen also steigt, dann müsste der Wert einer Messe ja höher eingeschätzt werden. Vielleicht setzt ja bald ein Run auf die letzten freien Plätze ein – und die Nachfrage wird so groß, dass Platzkarten auf dem Schwarzmarkt verkauft werden? J

Genug der Träumerei. In unserem Gottesdienst haben alle einen Platz bekommen, auch ohne Registrierung. Der Besuch war schon eine eigenartige Erfahrung, aber durchaus mit interessanten, positiven und hoffnungsvollen Aspekten:

  • Am Eingang der Kirche werde ich von freundlichen Helfern begrüßt, die mir Desinfektionsmittel auf die Hände sprühen – wie schön ist doch so eine persönlich Begrüßung: Hier fühle ich mich willkommen.
  • Am Kircheneingang ist kein Weihwasser im Becken. Das lässt mich innehalten: Wozu war noch einmal das Weihwasser? Ach ja, ich erneuere mein Taufversprechen. Dann mache ich das Kreuzzeichen jetzt nicht mechanisch, sondern ganz bewusst.
  • Ein Ordner erklärt mir freundlich, wo ich meinen Sitzplatz einnehmen kann und geleitet mich ein Stück. Ich fühle mich wie im Kino.
  • Auf den Bänken liegen Infozettel für Gottesdienstbesucher aus. Dort stehen alle wichtigen Hygiene-Hinweise, und es wird sehr verständlich und genau erklärt, wie ich mich im Kirchenraum zu verhalten habe. Könnte man da nicht auch mal einen Flyer mit erklärenden Hinweisen zum Messablauf und den liturgischen Elementen des Gottesdienstes auslegen – gerade für Menschen, die nach der Krise wieder neu eine Heilige Messe besuchen und für die eine Orientierung hilfreich wäre?
  • Mitsingen war nicht erlaubt – aber durch innerliches Mitsummen und Hören der Liedtexte kann ich die Inhalte fast noch bewusster wahrnehmen und meinen Gedanken freien Lauf lassen, sodass auch der verinnerlichte Gesang zum doppelten Gebet werden kann.
  • Dass wir uns beim Friedensgruß nicht die Hände geben sollen, sondern durch ein freundliches Zunicken den Frieden wünschen, sind wir bereits gewohnt – allerdings muss ich noch lernen, beim empfohlenen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, mit den Augen zu lächeln. Aber mit einem freundlichen Blick kann ich weitaus mehr Menschen erreichen als nur meinen Banknachbarn.
  • Beim Kommunionempfang wurden wir aufgefordert, unsere Hände weit nach vorne strecken, um möglichst großen Abstand zum Priester oder Kommunionhelfer einzuhalten – diese Geste ist ungewohnt, aber unterstreicht, dass wir uns zum Herrn ausstrecken und ihn bewusst empfangen dürfen.

Alles in allem waren also meine Erfahrungen des ersten Gottesdienstes unter Corona-Auflagen auch ohne Platzkarte sehr positiv – ein erster Schritt nach vorn und ein Zeichen der Hoffnung.

Johannes Lerch, 18.05.2020

Ein Wort für Dein Leben

Wenn ich eines unserer Kommunionkinder frage, „was bedeutet beten?“, bekäme ich (hoffentlich 😉) zur Antwort: „mit Gott reden“.

Wer betet, wünscht sich Kontakt mit Gott. Einen Kontakt, der nicht einseitig ist, sondern eine Antwort erhält. Eine Antwort, die aber nicht immer so direkt ist wie in dem Gespräch mit dem Kommunionkind. Wer an Gott glaubt und dies auch schon länger tut, kennt wahrscheinlich verschiedene Arten der Antwort.

Eine Form des Gebetes, die in der Gemeinschaft Emmanuel gerne gepflegt wird, ist der Lobpreis.* Am Montagfrüh hatte ich mich dem Lobpreis der Geschwister im Emmanuel-House Münster angeschlossen, die diesen in einem Livestream (live.emmanuel.de) übertragen haben.

An einer Stelle ist es üblich, um den Heiligen Geist zu bitten und in diesem Geist die Bibel frei aufzuschlagen und die Stelle zu lesen, auf die ich als erstes schaue. Ich habe mir also eine Bibel genommen und dies getan. Wer mich gut kennt, wird jetzt lachen, wenn ich sage, dass ich im Buch Jesaja den Anfang des 9. Kapitels (Verse 1-6) aufgeschlagen habe. (Die Bibel ist neu und bisher wenig gelesen, da waren keine Eselsohren und kein Lesezeichen an dieser Stelle. 😉)

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf. (Version Einheitsübersetzung 2016)“ So lautet der Anfang dieses Textes, der vielen bekannt ist aus den Lesungen der Christmette am Heiligabend. Wenn es einen Bibeltext gibt, von dem ich sagen würde „Das ist mein Text“, dann ist das dieser. Er begleitet mich schon sehr lange durch alle Höhen und Tiefen, und es war der Text, über den ich meine Diplomarbeit geschrieben habe. Und diesen Text, dieses Wort der Zuversicht, schenkt mir Gott als Antwort (auf mein Leben, mein Gebet, meine Sorgen, meine Fragen), mitten in der Corona-Krise, am Montag in der Karwoche.

Vielleicht will er mir sagen: „Vergiss nicht. Viele haben es schon vor dir gesehen und bezeugt. Ich bin das Licht, das scheint, wenn du in der Finsternis bist. Du kennst mich, denn du hast mich schon öfter gesehen und ich bin auch jetzt da; in deiner Finsternis und in der Finsternis der Welt in dieser Zeit.“

Wer im Tunnel der Sorgen und der Angst gefangen ist, wer sich alleine fühlt und hilflos, der kann ein Licht gut gebrauchen. Jesus Christus möchte dieses Licht für uns sein. Dafür ist er den Weg mit dem Kreuz gegangen. Dafür ist er gestorben und auferstanden. Dass Gott Dir Deine eigene Antwort auf Deine Fragen schenkt und dass er für Dich ein Licht ist in dieser Zeit, das wünsche ich Dir.

Juliane Schaad, 09.04.2020

*In Liedern und Gebeten preisen wir Gott als unseren Schöpfer und Erlöser und danken ihm für die vielen kleinen und großen Dinge, die er uns schenkt. Der Lobpreis ist eine Haltung, die uns helfen kann, unser Leben zuerst und vor allem mit Zuversicht und den liebenden Augen Gottes zu betrachten.

Kar- und Ostertage in Corona-Zeiten

Ostern wird auch in Zeiten von Corona nicht abgesagt. Wir feiern es dieses Jahr anders als sonst und müssen auf den persönlichen Besuch der Messen in der Karwoche mit ihrer besonderen Liturgie verzichten. Aber dadurch ist Ostern nicht weniger bedeutsam. Vielleicht erfüllen uns die Tage gerade jetzt noch mehr mit Hoffnung und Freude.

Die digitale Welt eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten, Ostern anders und vielleicht sogar intensiver zu erleben und mitzufeiern. Aber die neue Kanzel der Kirche ist nicht nur das Internet. Mittlerweile gibt es viele Initiativen, Materialien und Anregungen, wie man die Kar- und Ostertage in Corona-Zeiten auch zu Hause feiern kann. Hier zwei zur Auswahl.

Kar- und Ostertage für Familien

Eine sehr schöne Handreichung für Familien haben Juliane Glaum und Claudia und Thomas Lütkemeier zusammengestellt. Darin gibt es umfangreiche Materialien und Aktionsvorschläge, wie man mit der Familie die Tage von Palmsonntag bis Ostern begehen kann: Von der Gestaltung eines Ostergartens über Palmbuschen binden und einem Rezept zum Brotbacken bis hin zu einer Osterkerze, die man „mitwachsen“ lassen kann und die in jedem Gottesdienst mit einem weiteren Symbol verziert wird.

Das Begleitheft wurde in einer bedruckten Ostertasche zusammen mit den Utensilien verpackt und an Familien aus der Gemeinde vor Ort und im Umfeld verteilt. Die Handreichung mit den Impulsen und Aktionsvorschlägen kann hier heruntergeladen werden:

Osterforum digital

Das Osterforum der Gemeinschaft Emmanuel ist traditionell ein Angebot für junge Erwachsene. Dieses Jahr wird es in digitaler Form stattfinden, sodass jetzt jeder, der möchte, daran teilnehmen kann. Via Livestream wird aus der Josefsburg in Altötting die Liturgie übertragen, die von den Studenten der Emmanuel School of Mission (ESM) gestaltet wird. Zelebrant ist Pfarrvikar und ESM-Direktor Martin Siodmok.

Außerdem werden Impulse gestreamt, die von Referenten an unterschiedlichen Orten gehalten werden. Es wird auch Zeiten geben, um gemeinsam zu schweigen, Bibelstellen zu betrachten, per Telefon bzw. Internet ins Gespräch zu kommen oder auch zusammen zu beten. Dazu stehen Jugendliche und Erwachsene verschiedener Altersgruppen und Lebensstände von unterschiedlichen Orten aus bereit.

Nach der Osternacht wird DJ Faith für uns auflegen, um gemeinsam, wenn auch räumlich getrennt, die Auferstehung unseres Herrn ordentlich feiern zu können. Mehrere kreative Köpfe bereiten auch noch weitere Punkte vor.

Programmablauf und Link zum Livestream-Kanal, wo es auch jetzt schon tägliche Angebote gibt, stehen unter live.emmanuel.de zur Verfügung. Das genauere Programm und weitere Infos gibt es zudem unter www.emmanuel-ostertage.de

Johannes Lerch, 03.04.2020

Wie kann ich eine Livestream-Messe gut mitfeiern?

Paula K. hat drei Video-Impulse erstellt, in denen sie Tipps gibt, wie man eine Livestream-Messe gut mitfeiern kann. Hier die wichtigsten Gedanken daraus. Eine schriftliche Zusammenfassung der Impulse könnt ihr am Ende dieses Beitrags als PDF herunterladen. Den Link zu Teil 2 und Teil 3 der Videos findet Ihr ebenfalls unten.

1. Mitfeiern

Bei einer Livestream-Messe wäre es ideal, wenn ich nicht nur zuschaue, sondern mitfeiere. Genauso wie bei einer Messe, an der ich leibhaftig teilnehme – also nicht nur konsumieren, sondern wirklich dabei sein.

2. Wahrnehmung der Messe in drei Dimensionen

Von der rein menschlichen Wahrnehmung her betrachtet, erleben wir die Heilige Messe in drei Dimensionen:

  1. Die geistige Dimension: Das, was zwischen Gott und mir und zwischen mir und Gott passiert. Wir tun nicht nur etwas für Gott („Gottes-Dienst“), sondern Gott will auch uns begegnen.
  2. Die leibliche Dimension: Das zeigt sich bei uns Katholiken im Sitzen, Stehen und Knien, im lauten Mitbeten oder Mitsingen sowie darin, dass wir die Kommunion tatsächlich aufessen.
  3. Die soziale Dimension. Die Messe ist eine Feier mit der Gemeinde, wo wir auch einander begegnen, nicht nur beim Friedensgruß.

Bei einer Livestream-Messe fallen die soziale und die leibliche Dimension, vor allem der Kommunionempfang, weitgehend weg. Die Chance in den Livestream-Gottesdiensten besteht darin, sich bewusster in der geistigen Dimension zu üben.

3. Tipps für die Vorbereitung

  1. Schaffe Dir in Deiner Wohnung einen guten Ort, um an der Messe teilzunehmen: zum Beispiel die Umgebung schön herrichten, ein Kreuz hinstellen, eine Kerze anzünden, passende Sitz- und Kniegelegenheit vorbereiten.
  2. Versuche so viel wie möglich von Deiner normalen Routine für die Sonntagsmesse zu übernehmen: zum Beispiel auf Kleidung achten, rechtzeitig vor den Livestream hinsetzen und ein bisschen beten.
  3. Stelle Dich schon vorher innerlich auf die Messfeier ein. Wer bis kurz vorher noch beim Essen sitzt, einen Film schaut oder die Mails checkt, tut sich schwer, von Anfang an ganz dabeizusein.
  4. Alle Ablenkungen ausschalten – Benachrichtigungen und Mail-Programm abschalten, Handy auf Flugmodus stellen; Vollbildmodus ist hilfreich.

4. Wie kann ich die Messe mitfeiern?

  1. Liederbuch organisieren, um die Lieder zuhause mitsingen zu können.
  2. Texte mitlesen, zum Beispiel über Handy-Apps wie „Evangelizo“ oder die Stundenbuch-App. Auf der „Schott“-Webseite der Erzabtei Beuron findet man auch die Gebete, die der Priester spricht. Oder die kleine Monatsschrift Magnificat.
  3. In einem Notizbuch Gedanken aus der Predigt festhalten, die einen ansprechen.
  4. Bewegungen der Messe zuhause mitleben: stehen, sitzen, knien – im Bewusstsein, dass wir damit innerlich vor Gott stehen.
  5. Auch den Friedensgruß bewusst mitleben: entweder den Familienmitgliedern , den Personen auf dem Bildschirm oder in Gedanken den Menschen aus der Gemeinde den Frieden zusprechen.
  6. An Stelle der sakramentalen Kommunion gibt es mit der geistlichen Kommunion eine reelle Möglichkeit, Jesus zu empfangen. Siehe hierzu auch den Impuls von Spiritual Andreas Schmidt.

5. Und nach der Messe?

  1. Wie vielleicht sonst auch noch ein bisschen sitzen bleiben, der Musik zuhören, nochmal kurz nachspüren, was in dieser Messe in meinem Inneren passiert ist.
  2. Statt am Kirchenausgang mit Gemeindemitgliedern zu plaudern, können wir vielleicht dem Pfarrer eine kurze Nachricht schreiben und eine Rückmeldung zur Messe geben – oder demjenigen, der mich auf diesen Online-Gottesdienst aufmerksam gemacht hat.

Es gibt mittlerweile immer mehr Möglichkeiten, die Messe oder auch andere Gebete online mitzufeiern und ich wünsche euch allen, dass euch dies hilft, in dieser besonderen Zeit euren Glauben und eure Beziehung mit Gott zu vertiefen und das dann auch mitzunehmen in den neuen Alltag nach der Corona-Krise. Alles Gute und Gottes Segen!

Video Teil 1: Grundsätzliche Gedanken

Video Teil 3: Die Feier entlang des Ablaufs der Hl. Messe

Gottesdienste im Livestream mitfeiern

Die flächendeckende Absage von Gottesdiensten ist schon einmalig in der Kirchengeschichte. Selbst zu Zeiten von Pest und Cholera und in den beiden Weltkriegen hat es das nicht gegeben. Aber auch die Kirchen können, wollen und sollten sich den allgemeinen Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht entziehen.

Doch ein Hoch auf die heutige Technik: Wie schön ist es, dass wir Gottesdienste jetzt online mitfeiern können. Inzwischen gibt es ja viele Angebote: ob Radio (z. B. Domradio, Radio Horeb, Deutschlandfunk), Fernsehen (z. B. ZDF, Bibel TV, EWTN) oder Internet (z. B. domradio.de, bibeltv.de, ewtn.de, feiernwir.de).

Mit großer Freude haben wir am vergangenen Sonntag mit der Familie die Messe der Gemeinschaft Emmanuel am großen Bildschirm im Wohnzimmer verfolgt. Übertragen wurde der Gottesdienst mit Pfarrvikar Martin Siodmok aus der Josefsburg in Altötting, gestaltet von den Studenten der Emmanuel School of Mission. (Infos zu den Livestream-Messen der Gemeinschaft Emmanuel gibt es unter https://live.emmanuel.de).

Natürlich sind viele von uns verwöhnt von den profesionellen Gottesdienst-Übertragungen im Fernsehen mit den vielen unterschiedlichen und abwechslungsreichen Kameraeinstellungen, dem perfekt abgemischten Ton und den schönen eingeblendeten Bildern. Aber auch eine einfache Kameraeinstellung genügt. Es fühlt sich dadurch irgendwie authentischer an.

Für mich stellte sich aber zunächst die Frage: Wie verhalte ich mich im Wohnzimmer während der Gottesdienstübertragung?

  • Klar, wir singen mit großer Freude die uns bekannten Emmanuel-Lieder, machen zu Beginn das Kreuzzeichen und sprechen die Gebete mit, was anfangs in den eigenen vier Wänden etwas ungewohnt war.
  • Aber wie verhalte ich mich bei der Eucharistiefeier: Knie ich mich auch zuhause hin bei der Präfation? Vor dem Fernseher? (Das habe ich zuletzt beim Elfmeterkrimi Deutschland–Italien während der WM 2016 erlebt :-)) Glaube ich, dass Jesus auch am Bildschirm gegenwärtig ist, und in dieser Umgebung verehrt werden will?
  • Stehe ich beim Vaterunser auf oder bleibe ich als Zuschauer auf dem Sofa sitzen?
  • Wenn der Priester einlädt, sich beim Friedensgruß freundlich zuzulächeln (gerichtet an die Anwesenden vor Ort): Kann ich dann meiner Frau und meinen Kindern trotzdem die Hand geben?
  • Dann schaue ich zu, wie die anderen zur Kommunion gehen. Und ich überlege mir: Wie sehr vermisse ich die sakramentale Kommunion? Wie groß ist meine Sehnsucht und mein Verlangen wirklich? Ganz neu lerne ich die geistliche Kommunion kennen – ich hatte mich bisher kaum damit beschäftigt. Aber ich habe ein schönes Gebet des Heiligen Pater Pio gefunden:
    Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen .

Soweit mal einige Gedanken, die mich bei den Online-Gottesdiensten beschäftigen. Das Gute an den Livestream-Messen ist, dass wir vieles neu hinterfragen und einzelne Elemente der Liturgie dadurch wieder ganz neu kennenlernen können.

Johannes Lerch, 18.03.2020