Stern der Hoffnung

Die Sehnsucht nach Hoffnung ist groß! Nach der Hoffnung, dass die Pandemie irgendwann aufhört. Nach der Hoffnung, dass Versöhnung stattfindet, da wo Spaltung herrscht. Nach der Hoffnung, dass Leid, Krankheit, Trauer verwandelt wird in Gesundheit, Friede, Freude und Trost.

Wie können wir diese Hoffnung finden? Wie können wir unsere Hoffnung teilen und zusammenlegen, dass sie mehr wird und zu wahrer Freude führt? Wie können wir hoffnungsvoll in jeden Tag gehen, wenn die Sorgen und die schlechten Nachrichten jede Zuversicht rauben?

Der Stern von Bethlehem ist das Symbol der Hoffnung. Er ist Hoffnung, dass wir nicht alleine sind, sondern Gott uns Lebensbegleiter bleibt und Wege zum Leben führt. Er ist die Hoffnung darauf, dass Gott uns Menschen so sehr liebt, dass er in diesem kleinen Kind im Stall von Bethlehem Mensch wird. Er ist die Hoffnung darauf, dass es sich lohnt in schwierigen Zeiten zuversichtlich zu bleiben und an der Hoffnung festzuhalten.

Was kann dabei helfen, die Hoffnung zu stärken – für mich selbst und für andere?

  • Sich selbst im Spiegel anlachen
  • Die Bibel aufschlagen und z. B. in Jeremia 29, 2. Korinther 1 oder die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium lesen
  • Eine Kerze anzünden
  • Etwas Blühendes suchen
  • Tee oder Kaffee kochen
  • Einen Witz erzählen
  • Jemandem ein Kompliment machen
  • Kontakt aufnehmen zu jemandem, von dem ich lange nichts mehr gehört habe
  • Einen Stern basteln
  • Ein Lied singen
  • In der Stille Gott suchen
  • Beten
  • Jemandem eine Karte schreiben
  • Jemandem ein schönes Foto schicken
  • Jemandem ein Geschenk machen
  • Jemandem Hilfe anbieten
  • Nicht aufgeben – weiter machen
  • Etwas Gutes für jemanden kochen
  • Mir selbst etwas Gutes zu Essen machen
  • Eine Blume verschenken

So wünsche ich Euch allen, dass der Stern der Hoffnung von Bethlehem für Euch – wie für die Heiligen Drei Könige –  Halt und Richtung gibt im Leben und Ihr anderen helfen könnt, dies zu finden!

PS: Nachdem ich die oben genannten Punkte gesammelt hatte, bin ich auf folgende lesenswerte Internetseite gestoßen: https://jetzthoffnungschenken.katholisch.de

(Juliane Schaad, 06.01.2022)

Wenn eine Zahl ein Gesicht bekommt

Es ist schon so, dass wir uns fast daran gewöhnt haben an diese Zahl, die wir täglich in den Nachrichten genannt bekommen oder als Eilmeldung auf dem Smartphone oder in der Zeitung lesen: die 800, 900 oder 1000 Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind.

Lange schon berichten Krematorien oder Bestatter, dass sie die Anzahl der Menschen, die im Moment sterben, kaum mehr bewältigt bekommen. Und manches ist in diesem Zusammenhang nicht mehr so würdig, wie wir uns das für jeden Menschen wünschen würden.

Es hat eine Weile gebraucht, bis ich das für mich verinnerlicht habe, was diese Zahl für einzelne Menschen und einzelne Familien bedeutet. Ja, jedes Jahr sterben viele Menschen in unserem Land tragisch und grausam, jeden Tag, viele Tausend. Und hinter jedem Einzelnen steckt eine Geschichte und Menschen, die um ihn oder sie trauern.

Und doch bewirkt das in uns etwas, wenn wir jeden Tag diese Zahl hören oder lesen. Manche würden jetzt vielleicht sagen, dass das politisch gewollt ist und dazu beitragen soll, die Menschen zu sensibilisieren. Wie auch immer. Vielleicht schafft es aber auch Aufmerksamkeit für ein Thema, dass lange zu sehr totgeschwiegen und in den Hintergrund gedrängt wurde: die Zerbrechlichkeit unseres Lebens und unsere Sterblichkeit.

In der vergangenen Woche nun war es soweit, dass jemand aus unserer Familie – mein Onkel – aufgrund von Covid-19 um sein Leben gerungen hat und schließlich gestorben ist. Das war der Moment, als diese tägliche Zahl für mich ein Gesicht bekommen hat. Das Gesicht eines Menschen, der mir lieb war, mit dem ich besondere Momente meiner Kindheit verbinde und den ich immer gerne getroffen habe.

Auch wenn wir alle einmal sterben müssen, ein Tod wie wir ihn für uns oder unsere Lieben wünschen würden, ist ein anderer. Mit diesem Text möchte ich all derer gedenken, die durch oder mit der Krankheit, die das Corona-Virus verursacht hat, gestorben sind: Gott nimm sie auf in sein Himmelreich. Und ich möchte Gott alle anvertrauen, die einen lieben Menschen durch Covid-19 verloren haben und denen das Abschiednehmen durch die aktuellen Umstände oft schwer gemacht wird: Gott segne sie.

(Juliane Schaad, 31.01.2021)

Ungeplant planlos

Wir leben in einem Land, in dem wir normalerweise erstmal keine Angst haben müssen, dass sich ungeplant von heute auf morgen unser Leben ändert und auf den Kopf stellt.

Natürlich kann es vorkommen, dass plötzlich ein geliebter Mensch stirbt, eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird oder ein Hochwasser oder Unwetter uns die Lebensgrundlage rauben, aber das ist für viele von uns weit weg. Unser Leben ist in aller Regel über Wochen und Monate, zum Teil sogar für Jahre, vorgeplant. Oft sind die Zeitfenster eng gesteckt und jedes kleine Rädchen muss in das andere greifen, damit am Ende alles passt und funktioniert.

Und plötzlich ist da diese un-fassbare Gefahr ganz nah vor unserer Tür, in Form eines uns noch in vielen Aspekten unbekannten Virus. „Juliane, du kannst nicht mehr planen“, hat am Donnerstag eine Kollegin zu mir gesagt. Mit dieser Aussage habe ich so langsam angefangen zu verstehen, dass sich im Moment wirklich unser ganzes Leben durch die Tatsache ändert, dass dieses un-bekannte Virus an unsere Türen klopft. (Ich habe gerade erstmal nachgeschaut welches grammatikalische Geschlecht „Virus“ hat. Aus Duden.de: „das Virus, außerhalb der Fachsprache auch: der Virus; Genitiv: des Virus, Plural: die Viren“)

Schlag auf Schlag ging es dann am Freitag weiter. (By the way: Darüber hat niemand auch nur einen Gedanken verschwendet, dass das ein Freitag der 13. war 😊. Dieser Aspekt gefällt mir, denn Aberglaube macht nur unnötig Angst, aus Sicht einer Christin, die grundsätzlich erstmal an das Gute glaubt.)

Auf allen Ebenen wurden Krisensitzungen einberufen, getagt und Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, möglichst viele Menschen möglichst lange vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Die Devise wurde immer klarer: Niemand will etwas riskieren oder die Verantwortung für unnötige Ansteckungen übernehmen.

Und plötzlich stehen viele von uns Menschen in Deutschland (und so manchem anderen Land auf dieser Welt) da und wissen nicht mehr, was morgen ist. Für manche mag das ein Grund zur Freude sein, anderen macht das Angst, weil die Befürchtung groß ist, dass die Leere im Kalender unmittelbar zur Leere im Geldbeutel oder auf dem Konto führt.

Floskeln und Plattitüden helfen da nicht weiter, alles auf die Politik schieben jedoch auch nicht. Helfen kann die Erfahrung, dass es im eigenen Leben bisher immer einen Weg gab, wie es weiter ging und dass sich gerade in Notsituationen so manches gut gefügt hat, was nicht zu erwarten war. Gläubige Menschen nennen das Fügung, andere Schicksal. Mein Glaube hilft mir heute zuerst zu sehen, dass die Sonne scheint ist und die Blumen blühen und dann erst das zu betrachten, was als Herausforderungen oder Steine vor mir liegt.

Achtsamkeit, im „Hier-und-Jetzt-Leben“ sind Schlagworte, die in den letzten Jahren immer mal wieder Konjunktur hatten. Vielleicht ist es genau das, was uns jetzt weiter hilft: einfach nur für heute Leben. Das Morgen, kommt morgen.

Der bekannteste Bibeltext hierzu stammt aus der Bergpredigt im Matthäusevangelium (Matthäus 6, 25-29 – hier aus der Einheitsübersetzung 2016): „Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Was noch hilft, machen wir hier in diesem Blog: positiv bleiben, kreativ werden und weiter-denken. In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten und zuversichtlichen Tag.

Juliane Schaad, 14.03.2020