Angefressen an Weihnachten?

Irgendwie fühlen wir uns doch alle in dieser Corona-Pandemie mittlerweile ziemlich angefressen. Die Einschränkungen des gewohnten Alltagslebens scheinen kein Ende zu nehmen. Und die Zukunft ist nach wie vor ungewiss.

Doch wenn man – wie in diesem Bild – angefressen ist, dann kommt etwas Neues zum Vorschein, etwas bisher Verborgenes, vielleicht ein wertvoller und nützlicher Kern. Und richtig arrangiert, entsteht plötzlich etwas Größeres und ganz Anderes.

Vielleicht kann das in unserem Ärger über die unendliche Corona-Geschichte auch so sein, dass irgendwo die wahre Weihnachtsgeschichte hindurchschimmert.

Angefressen zu sein, heißt, dass wir so richtig genervt sind. Wenn wir uns ärgern, sind unsere übersinnlichen Antennen eingefahren, und wir achten zunächst nur auf unsere Gefühle der Wut – das, was weh tut und uns gereizt macht. Vielleicht erkennen wir aber gar nicht, was sich dadurch innerlich auch zum Positiven verändern kann, was aus der Dunkelheit ins Licht kommen will.

Weihnachten bringt Licht in unsere dunkle Welt, in unseren mühsamen Corona-Alltag und in unser ganz persönliches Leben. Das, was durch das Angefressenwerden an Abfall übrig bleibt, kann zur weichen Unterlage werden, die uns auffängt und weich bettet.

Bitten wir in unserem Angefressensein die Heiligen Familie um Schutz für all die Veränderungen, die auf uns zugekommen sind und noch auf uns zukommen werden.

In diesem Sinne ein gesegnetes zweites Weihnachtsfest unter Corona-Begingungen.

Marion und Johannes Lerch (24.12.2021)