Fastenzeit? Weil Gott Heil für uns will!

„Auf was soll ich denn noch verzichten?!“ wird so mancher zu Beginn dieser Fastenzeit denken. „Ich muss doch in dieser Corona-Zeit schon auf so vieles verzichten“, könnte ein Gedanke sein.

Wenn weder der wöchentliche Sport, noch der Kaffee mit der Freundin, der Wochenendausflug mit der Familie oder der Besuch der Chorprobe möglich ist, wollen wir uns nicht noch die letzte kleine Freude mit dem Stück Schokolade, dem abendlichen Glas Wein oder der Lieblingsfernsehsendung nehmen …

Was heißt denn Fastenzeit, wenn wir uns die liturgischen Texte des Aschermittwochs anschauen?

„Kehrt um zu mir?“ – „Zerreißt die Herzen, nicht die Kleider!“ – „Kehrt um zum Herrn, eurem Gott!“ So lesen wir im Buch Joel. Wer umkehren muss, hat sich verlaufen, verirrt, ist zu weit gegangen oder auf der falschen Spur. Die Wortspiele gefallen mir.

Weil wir Menschen sind, gibt es jeden Tag in unserem Leben Momente, in denen diese Menschlichkeit durch unsere persönlichen Grenzen sichtbar wird. In vielen Fällen ist das nicht weiter tragisch und schadet weder uns noch anderen elementar. Aber regelmäßig haben Gedanken, Worte oder Taten, die nicht dem Guten dienen, Folgen für uns oder andere.

Okay, manchmal müssen wir umkehren, weil wir schiefgelegen haben – ja, aber wohin denn? Der Lesungstext vom Aschermittwoch (Joël 2, 12–18) gibt da einen konkreten Tipp: zum Herrn, unserem Gott, weil uns das Segen und Heil bringt. Können Sie das bestätigen, dass Gottes Wege diejenigen sind, die dauerhaft zu unserem Glück, Zufriedenheit, Hoffnung und Segen führen?

Einer meiner Lieblingsverse aus der Bibel findet sich im Römerbrief (Römer 8,28): „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.“ Das hab ich erlebt, und das ist meine Hoffnung. So merke ich, dass es mir immer wieder Segen bringt, wenn ich mein Leben Gott hinhalte, ihn um Rat frage und gegebenenfalls an der einen oder anderen Stellschraube drehe. Konkret spüre ich sogar, dass wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin und schließlich mir zugestehe, dass ich falsch gelegen habe, innerer Frieden eintritt.

Das ist der erste Schritt. In der Fastenzeit sind wir eingeladen genau dies zu tun: bewusst auf die eigenen Gedanken, Worte und Werke zu schauen, zu prüfen wohin sie mich führen und unter Umständen dann auch die Richtung zu ändern.

Die Kirche gibt uns dafür Hilfsmittel – nicht nur mit dem Evangelium von heute. Das sind zum Beispiel das Gebet, der Empfang der Sakramente, besonders auch das Sakrament der Versöhnung, das Fasten und das Teilen von materiellen Gütern.

Fasten ist ein freiwilliger Verzicht auf etwas, von dem wir ahnen, dass es uns den Blick auf den Kern unseres Lebens versperrt. Es soll uns helfen, frei für eine Umkehr zu Gott zu werden. Was das ist, kann jeder nur für sich selbst entscheiden. Und ja, vielleicht sind das in diesem Jahr ganz andere Dinge als sonst. Aber auch darauf lohnt sich ein Blick, in dem Wissen, dass Gott uns hilft, den Weg zu ihm und mit ihm zu gehen – und damit zu einem Leben im Guten und in Fülle.

Ziel dieses Weges ist die Auferstehung – nicht nur an Ostern 2021! In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Fastenzeit!

(Juliane Schaad, 17.02.2021)

Mit Gottvertrauen ins neue Jahr

„Mit Gott-Vertrauen das Neue Jahr beginnen!“ Unter diesem Motto laden die österreichischen Bischöfe ab 1. Januar zu einem 9-Tage-Gebet während des Corona-Lockdowns ein. Eine solche „Novene“ wird zu besonderen Anlässen und in Krisenzeiten gebetet, um Gottes Hilfe zu erbitten und im Glauben zu wachsen.

Das aktuelle 9-Tages-Gebet in Zeiten der Pandemie beginnt am 1. Januar, dem kirchlichen Hochfest der Gottesmutter Maria, an dem Tag, an dem die katholische Kirche auch den Weltfriedenstag begeht, und dauert bis zum 9. Januar. Die Texte für diese österreichweite Gebetsinitiative werden von der Österreichischen Bischofskonferenz herausgegeben.

Mit der Novene wollen die Bischöfe „eine geistliche Spur ins Neue Jahr hinein legen“, erklärte der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, der federführend bei der Auswahl der Gebete und der Gestaltung der Handreichung war.

Für jeden der neun Tage gibt es ein eigenes Gebetsmotto, einen Bibeltext und einen Meditationstext. Am Ende steht das eigens für die Novene verfasste Gebet zum Jahresbeginn.

Im Beten sind wir in den neun Tagen verbunden und können so die Zeit, bis reale Treffen wieder möglich sind, geistlich nutzen. Außerdem machen wir uns die Anliegen der Novene zu eigen und beten für das neue Jahr.

Noch ein Hinweis: Wem die angebotenen Vorschläge für jeden Tag zu viel sind, kann die Novene auf seine Bedürfnisse anpassen (zum Beispiel die Texte auf den Morgen und den Abend verteilen). Wichtig ist, jeden Tag das Anliegen der Novene aufzunehmen.

Euch allen ein gesegnetes neues Jahr!

(Ludger Fest, 01.01.2021)

Welt ging verloren, Christ ward geboren!

In seiner Weihnachtspredigt Predigt nimmt Spiritual Dr. Andreas Schmidt drei Sagengestalten der Antike in den Blick, die gerade in der Corona-Zeit unser unerlöstes Lebensgefühl widerspiegeln, und zeigt Wege auf, wie wir uns davon lösen können.

„Freut euch, euch ist der Retter geboren!“ – Gerettet? Wovon, wovor gerettet? Natürlich können wir theologisch antworten: von der Sünde. Damit versteht man aber nicht unbedingt mehr … Oder wenn wir singen: „Welt ging verloren, Christ ward geboren.“ Wieso ist die Welt verloren?

Vor einiger Zeit habe ich eine Karikatur entdeckt, auf der Charlie Brown ein Schild hochhält: „Christus ist die Antwort.“ Im nächsten Bild sieht man Snoopy ebenfalls mit einem Schild: „Und was war die Frage?“ Wir müssen erst der Verlorenheit der Welt – unserer Verlorenheit – auf die Spur kommen, damit Freude über die Rettung – die eigentliche Weihnachtsfreude – aufkommen kann.

Statt theologischer Erklärungen will ich versuchen, einige Helden- und Sagengestalten der Antike zu Hilfe zu nehmen. Sie sind nicht nur Phantasiegestalten, sondern Bilder für unsere Verlorenheit. In ihnen spiegelt sich ein Lebensgefühl der Menschen, das unsere Unerlöstheit und Erlösungsbedürftigkeit zeigt:

Herakles: Er muss zwölf Riesenaufgaben vollbringen – von „Herkulesarbeiten“ sprechen wir heute noch. Erst danach ist er frei zu leben. Er ist ein Bild für die innere Einstellung: „Erst wenn alles erledigt ist, dann darf ich genießen.“ Aber „after the job is before the job“. Wenn das eine erledigt ist, ist schon wieder das nächste zu tun. Ein Leben mit einem dauernden „Erst wenn…“ kann nie das Jetzt auskosten. Es ist nur Mühsal. Das „Leben“, das eigentliche, bleibt in unerreichbarer Zukunft. Auch jetzt können wir uns bei diesem Gedanken ertappen: Wenn Corona erst vorbei ist, dann können wir wieder normal leben, uns am Leben freuen – aber wer weiß, was dann wieder los sein wird…?

Damokles, der Sage nach eingeladen zu einem luxuriösen Festmahl, allerdings schwebt über seinem Kopf ein Schwert, das nur von einem Rosshaar gehalten wird und jederzeit todbringend auf ihn herabfahren kann. Ein Bild für ein Leben mit der inneren Haltung: „Freue dich nicht zu früh. Das dicke Ende kommt noch. Es kann jederzeit etwas Schlimmes passieren.“ Und damit kann ich mich an der Gegenwart, am Leben hier und jetzt, ebenso wenig freuen – selbst wenn ich alles habe, was man sich wünschen kann. Wer weiß, was noch alles kommt an Virusmutationen, an wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Krise – mit solchen Nachrichten werden wir momentan dauernd bombardiert. Wenn man sich das alles ausmalt, dann schwebt dauernd ein dunkler, bedrohlicher Schatten über dem Leben, so dass man des Lebens nicht mehr wirklich froh werden kann.

Tantalus hatte von den Göttern folgende Strafe erhalten: Er musste in einem Teich stehen mit frischen Wasser, über seinem Kopf Zweige mit saftigen Früchten. Wenn er sich in seinem Durst aber beugt, um zu trinken, weicht das Wasser; wenn er die Früchte pflücken will, hebt ein Wind sie empor, so dass er sie nicht erreicht. Er steht für das Lebensgefühl: Das Leben, das ich ersehne, steht mir vor Augen. Ich sehe es, medial oder bei anderen – aber ich kann es nicht erreichen. In dem, was ich erlebe, ist immer irgendwie zu wenig. Ich werde nie erreichen, was ich wirklich will, nie Zufriedenheit, Fülle des Lebens erreichen. Auch jetzt wieder: Kontaktbeschränkungen aller Art, so viel fällt aus, ist nicht möglich von dem, was ich mir wünschen und erträumen würde …

Antike Bilder also für Lebensgefühle, die wir auch heute noch sehr gut kennen, und die in der Corona-Situation auf ihre Weise aktuell werden. Vielleicht findet man sich in dem einen Bild mehr, in dem anderen weniger wieder. Aber man spürt: Das betrifft uns. Es beschreibt eine geheimnisvolle Verlorenheit, die über der ganzen Welt, über allen Menschen liegt.

Welt ging verloren, Christ ward geboren! – Freut euch, heute ist euch der Retter geboren! – Kann uns das Kind aus der Krippe aus dieser Verlorenheit retten, die in den antiken Bildern anschaulich wird?

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Weihnachten findet statt, aber anders

Unser erster gemeinsamer Heiligabend war erbärmlich: Wir waren frisch verheiratet und feierten zum ersten Mal den Weihnachtsabend nicht mit unseren Familien, sondern zu zweit allein in der neuen Wohnung. Nach langen Diskussionen über die Gestaltung des Abends wollten wir im Anschluss an die frühe Christmette Fondue essen. Allerdings wurde ich plötzlich krank und musste mich ins Bett legen, sodass meine Frau alleine vor dem mit Liebe zubereiteten Essen saß und auch den ganzen Abend über alleine war.

Eigentlich ein armseliges Fest – und doch waren wir in dieser Armut Jesus besonders nahe. Schließlich kam Er auch in völliger Armut zur Welt – in einer Notunterkunft, einem Stall, weil für die Familie kein Platz mehr war.

Wie viele Menschen müssen jedes Jahr Heiligabend alleine verbringen, ohne Familie oder Angehörige. Und wie viel mehr sind es dieses Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen!

Bei uns in Mannheim wurden vom 4. Advent bis zum 10. Januar alle Gottesdienste abgesagt. Also auch keine Christmette mehr. Wie kann da Weihnachten überhaupt noch stattfinden? Es geht – aber anders. Und vielleicht deshalb besonders intensiv und tiefer erfahrbar.

Auch in den größten Kriegszeiten wurde Weihnachten gefeiert. Gerade in unserer Armut berühren sich Himmel und Erde und erfüllen die Engel den dunklen Stall in uns mit ihrem Licht. Die Menschen werden kreativ und feiern Weihnachten anders:

  • Musiker ziehen durch die Straßen uns spielen Weihnachtslieder, wie es dieses Video zeigt: https://trotzdemlicht.ch/#video
  • Kinder und Theaterleute spielen an ungewöhnlichen Orten Herbergssuche.
  • An Weihnachtszäunen werden Give-aways zum Mitnehmen verschenkt.
  • Vom Balkon herunter singen Menschen Weihnachtslieder.
  • Es gibt Ideen, mit den Kindern zusammen in den Wald zu gehen, die Weihnachtsgeschichte am Lagerfeuer zu hören und das Fondue über dem Feuer zu essen.
  • Wer lieber zuhause feiern möchte, der kann sich über Videokonferenzen digital mit anderen verbinden.
  • Für Hausgottesdienste gibt es mittlerweile unzählige Vorlagen im Netz, zum Beispiel vom Liturgischen Institut: https://www.liturgie.ch/praxis/gottesdienst-corona/advent-weihnachten/1793-weihnachten-hausgebet-digital.
  • Wer selbst Weihnachtslieder singen möchte, findet im Internet Texte, Noten mit Gitarrengriffen und Musikdateien zum Mitsingen, zum Beispiel in der Liederkiste: https://www.liederkiste.com/index.php?c=weihnachtslieder&l=de

Die Beispiele zeigen, dass Weihnachten nicht von den äußeren Umständen, sondern von unserer inneren Bereitschaft abhängt. Zum Glück gibt es keinen Lockdown der Seelen. Das berührende Weihnachtsvideo von Edeka zeigt, wie Menschen auch in Corona-Zeiten zusammenhalten: https://www.youtube.com/watch?v=Sjo5ue9ZTuw

(Johannes Lerch, 20.12.2020)

Täglich 10 Minuten Stille schenken

Angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die schwierigen gesellschaftlichen Entwicklungen hat die Akademie für Dialog und Evangelisation in Wien einen schönen Lösungsansatz entwickelt, an dem jede und jeder mitwirken kann. Er ist einfach und herausfordernd zugleich: Schenk dir und anderen täglich 10 Minuten Stille!

Du beginnst einfach damit, nachzudenken, wofür du gerade dankbar bist. Danach kannst du all denjenigen, die es schwer haben, von Herzen Gutes wünschen. Ob du nun gläubig bist oder nicht, jede und jeder kann mitmachen: entweder mit deinen wohlwollenden und positiven Gedanken oder direkt an Gott gerichtet – mit deinem Dank oder einer Bitte für Menschen, die Hilfe brauchen. Ob so oder so, in jedem Fall wird es unser Denken und unser Handeln inspirieren und neu beleben und uns trotz aller Distanzen miteinander verbinden.

Ohne echtes Innehalten gibt es nämlich keine Hoffnung für einen neuen Zusammenhalt und eine großherzige Solidarität, die heute so dringend gebraucht werden. Ganz begeistert von dem ungewöhnlichen Aufruf ist Philippe Pozzo di Borgo, der Welterfolgs-Autor von „Ziemlich beste Freunde“. Sein verfilmtes Schicksal als schwer Gelähmter nach einem  Paragleiter-Unfall und seine Freundschaft mit dem unprofessionellen Pfleger Driss bewegten weltweit viele Menschen. Nicht alle könnten gleich „Ziemlich beste Freunde“ werden, aber unsere zerrissene Gesellschaft könne sich nur erneuern, so Philippe, „wenn wir im Anderen seine Vielschichtigkeit, Zerbrechlichkeit und sein Ruf nach Würde“ neu entdeckten. Das „Virus der Hoffnung“ wachse erst in der „bewohnten Stille“, wo wir nämlich unseren „inneren Reichtum“ fänden.
 
Die Resonanz auf die ersten Einladungen an Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen und politischer Richtungen ist gewaltig. Dass nun Stille wie ein geheimes Heilmittel wirkt, scheint nicht nur Bischöfe wie Hermann Glettler und Kardinal Christoph Schönborn zu überzeugen, auch Schauspielerin Maria Happel oder Kollege Cornelius Obonya, ORF-TV-Moderatorin Barbara Stöckl, der Psychiater Michael Lehofer und der Genetiker Markus Hengstschläger haben sich bereits der Aktion angeschlossen.

Wer mitmachen möchte, kann sich auf der Website oder über Facebook eintragen und sich von vielen konkreten Beispielen inspirieren lassen: www.stilleschenken.com
 
(Otto Neubauer, 03.12.2020)

Corona-Witze

Lachen ist gesund. Lachen ist die beste Medizin. Lachen entspannt, und Entspannung können wir gerade alle gut gebrauchen. Wir wollen den Ernst der Lage keinesfalls schmälern und nicht ins Lächerliche ziehen. Die folgende Auswahl an Corona-Witzen soll uns vielmehr ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern, um uns – wenn vielleicht auch nur für einen Augenblick – vom Ernst der Lage abzulenken. Schwierige Situation können wir mit Lachen kreativ bewältigen – vielleicht ein Ventil für so manchen Stress.

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Textaufgabe (Immunologische Mengenlehre):  Schwester Uschi hatte 24 Ampullen Impfstoff. Mit 18 davon hat sie die Bewohner eines Pflegeheims immunisiert. Jede Ampulle enthält Material für fünf Impfungen. Das reicht für sechs Impfungen. Jeder Impfling muss zum Zeitpunkt X eine zweite Dosis bekommen. 1,3 Milliarden Dosen sollen 2021 produziert werden, davon 250 Millionen bis Sommer in der 77 000-Einwohner-Stadt Marburg. 30 bis 90 Prozent der Pfleger wollen sich impfen lassen. 300 Millionen weitere Dosen sind bestellt, 200 „fest“, 75 Millionen bis Juli. Wann endet die Pandemie?
(Quelle: FAZ vom 9.1.2021)

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Jetzt wird gesagt, man könnte an Weihnachten mit 10 Leuten ohne Probleme feiern. Aber wer kennt schon 10 Leute ohne Probleme?

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Das einzige, was am heutigen Tag positiv war, ist mein Corona-Test.

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„Warum hast du denn schon am 1. Dezember alle Türchen
an deinem Adventskalender geöffnet?“
Antwort: „Stoßlüften wegen Corona!“

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Chuck Norris hatte Kontakt mit dem Corona-Virus!
Der Corona-Virus muss jetzt für 14 Tage in Quarantäne.

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Ein Kranker ruft die Corona-Zentrale an. Corona-Zentrale:
„Bitte wählen Sie die 1 wenn Sie an Corona erkrankt sind.“
Der Kranke wählt die 1.
Daraufhin die Zentrale: „Sie werden in den nächsten 14 Tagen mit einem freien Mitarbeiter verbunden … legen Sie nicht auf.“

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Sagt gerade ein Virologe im Fernsehen:
„Die beste Waffe im Krieg gegen den Corona-Virus ist der gesunde Menschenverstand!“ … Wir sind verloren! Die meisten von uns sind unbewaffnet!

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Ich habe meiner Nachbarin in der Corona-Krise Hilfe beim Einkaufen angeboten. Sie gab mir ihren Einkaufszettel. Da habe ich alle Rechtschreibfehler korrigiert und ihr den Zettel zurück gegeben. Jetzt dürfte sie keine Probleme mehr haben, die Sachen zu besorgen.

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Ich wollte einen Witz über den Corona-Virus machen.
Aber: Lachen ist ansteckend, darum lass ich es sein.

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Wenn wir dann eines Tages auf die Corona-Zeit zurückblicken, werden wir uns lachend in den Armen liegen und sagen: „Das waren vielleicht verrückte zwölf Jahre!“

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Meine Großmutter ist ganz vernarrt in ihre Singgruppe. Sie hat den Chor-Oma-Virus.
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Unsere Familie bildet sich jetzt in der Corona-Zeit weiter: Meine Schwester macht einen Französisch-Kurs, meine Mutter einen Kochkurs und mein Vater macht Konkurs!

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Es hieß, wir sollten mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander halten. Ich habe sogar 5 Meter Abstand gehalten und muss trotzdem eine hohe Strafe zahlen.
Auf der Autobahn gelten wohl andere Regeln …

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Gegen den Corona-Virus isst man am besten zwei Knoblauchzehen täglich. Das hilft zwar nicht direkt gegen den Virus, sorgt aber für einen ausreichenden Mindestabstand.

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Also wenn der ganze Corona-Stress endlich vorbei ist,
gönn ich mir erstmal ein paar schöne Tage Zuhause auf der Couch!

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Ich kann mich nicht entscheiden, wo ich dieses Jahr die Weihnachtsferien verbringen soll: Im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer.

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Seien Sie achtsam und schließen Sie alle Wertsachen ein:
Geldbörse, Handy, Schmuck oder Klopapierrollen.

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Was sagst du? Corona macht doof und gleichgültig?
Keine Ahnung, ist mir auch egal.

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(Johannes Lerch, 22.11.2020)

Jerusalema-Song erbittet Gottes Schutz

Ein Song des Südafrikaners DJ Master KJ (Kgaugelo Moagi) und der Sängerin Nomcebo Zikode bringt derzeit die Welt zum Tanzen. Gerade in trüben Corona-Zeiten zaubert die Melodie von „Jerusalema“ Alt und Jung, Arm und Reich, Schwarz und Weiß ein Lächeln ins Gesicht.

Der gospelähnliche Song basiert auf tanzbaren elektronischen Beats, über denen die tiefe, voluminöse Stimme von Zikode zu hören ist. Im Text, der die Schönheit Jerusalems besingt, wird Gottes Schutz und Führung erbeten: „Rette mich … verlass mich nicht … geh mit mir.“  Den Text hat sie in ihrer Muttersprache isiZulu geschrieben, er drückt ihre eigene Sehnsucht aus, ihre Bitte an Gott: „Lass mich nicht hier, dies ist nicht mein Zuhause. Bring mich nach Jerusalema, wo ich Frieden und Glück finden kann.“ Mit ‚Jerusalema‘ ist ein spiritueller Ort gemeint, an dem man Frieden findet, es keine Sorgen, sondern nur Glück und fröhliche Menschen gibt.“

Gerade in diesen Corona-Zeiten sei das wohl auf Resonanz gestoßen, sagt der 24-jährige Musiker. In den sozialen Medien gibt es mittlerweile viele Videos von Menschen, die verzückt lächelnd zu den Rhythmen des Songs tanzen, wie das obige Videobeispiel zeigt. Die afrikanische Lebensfreude, die der Ende 2019 veröffentlichte Gute-Laune-Hit und die Tänze versprühen, traf in der einsetzenden Corona-Pandemie wohl einen Nerv und ist Ursache für die anhaltende Popularität: Mitte August haben bereits 80 Millionen Menschen das Video gesehen.

Die Choreographie kann auch mit ausreichender Corona-Distanz getanzt werden. Weltweit tanzen Menschen mit den gleichen Bewegungen auf der Straße, in Hinterhöfen, Quarantäne-Unterkünften, Kirchen, Slums oder Krankenhäusern.

„Der Lockdown bedeutet natürlich Stress“, erklärt Master KG“, Leute verlieren ihre Jobs und so weiter. Aber ausgerechnet in dieser Zeit zu erleben, dass sie zu unserem Song tanzen und für einen Moment ihre Sorgen vergessen, ist wunderbar. Es macht mich glücklich und noch kreativer.“

Hier drei von unzähligen Tanzvideos zu „Jerusalema“:

(Johannes Lerch 17.08.2020)

Durch verschlossene Tür zu den verängstigten Menschen

Immer wieder sind die Texte von Papst Franziskus für mich Inspiration und Anlass, tiefer zu schauen.

So auch sein Brief, den er dieses Jahr an die Priester in der Diözese Rom geschrieben hat. Darin beschäftigt er sich mit der Bibelstelle Johannes 20,19-22, in der Jesus durch die verschlossenen Türen zu den verängstigten Jüngern kommt, ihnen den Heiligen Geist schenkt und sie aussendet.

Daraus möchte ich ein paar Gedanken mit Euch teilen, weil sie gut zu unserer derzeitigen Corona-Situation passen.

„Obwohl es notwendig war, die soziale Distanzierung einzuhalten, hat dies nicht verhindert, dass sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Gemeinschaft und der Mission verstärkte, was uns geholfen hat, dafür zu sorgen, dass die Liebe, vor allem gegenüber den am meisten benachteiligten Menschen und Gemeinschaften, nicht unter Quarantäne gestellt wurde.“

„Die Hoffnung hängt auch von uns ab und erfordert, dass wir einander helfen, damit sie lebendig und aktiv bleibt, jene ansteckende Hoffnung, die in der Begegnung mit den anderen gepflegt und gestärkt wird und die uns als Geschenk und Aufgabe gegeben ist, um die neue »Normalität« aufzubauen, nach der wir uns so sehr sehnen. Ich schreibe euch mit dem Blick auf die erste Gemeinschaft der Apostel, die ebenfalls Momente des Eingeschlossenseins, der Isolierung, der Angst und Unsicherheit durchgemacht hat.“

„Wir haben den plötzlichen Verlust von Familienangehörigen, Nachbarn, Freunden, Gemeindemitgliedern, Beichtvätern, Orientierungspunkten unseres Glaubens, erlitten. Wir haben die untröstlichen Gesichter derjenigen gesehen, die ihren Angehörigen in den letzten Stunden nicht nahe sein durften und sich nicht von ihnen verabschieden konnten. Wir haben das Leid und die Ohnmacht des Krankenhauspersonals gesehen, Ärzte und Pflegekräfte, die sich in nicht enden wollenden Arbeitstagen aufrieben, um die zahllosen Hilferufe zu beantworten.“

„Wir haben die Schwierigkeiten und Nöte der sozialen Einschränkungen gesehen und von ihnen gehört: Einsamkeit und Isolierung vor allem der alten Menschen; Sorge, Angst und das Gefühl der Schutzlosigkeit gegenüber der Unsicherheit in Bezug auf Arbeit und Wohnung; Gewalt und Zermürbung in den Beziehungen. Die uralte Angst vor der Ansteckung hat wieder zugeschlagen. Wir haben auch die beklemmenden Sorgen ganzer Familien geteilt, die nicht wissen, was in der nächsten Woche auf den Tisch kommen soll.“

„Die Merkmale des Virus bringen die Logik zum Verschwinden, nach der wir gewöhnlich die Realität aufgeteilt oder klassifiziert haben. Die Pandemie kennt keine Adjektive, Grenzen und niemand darf meinen, allein zurechtzukommen. Wir sind alle betroffen und beteiligt.“

„Persönlich und gemeinschaftlich gefährdet und getroffen in unserer Verwundbarkeit und Schwäche sowie in unseren Grenzen, ist die Gefahr groß, dass wir uns zurückziehen und weiter über die Trostlosigkeit nachgrübeln, die die Pandemie uns vor Augen stellt, oder dass wir uns auf einen grenzenlosen Optimismus versteifen, der unfähig ist, die reale Dimension der Ereignisse zu akzeptieren.“

„Als der Herr bei verschlossenen Türen in das Obergemach trat, mitten in Isolierung, Angst und Unsicherheit, in der sie lebten, war er in der Lage, jede Logik zu verwandeln und der Geschichte und den Ereignissen eine neue Bedeutung zu verleihen. Jede Zeit ist geeignet, Frieden zu verkünden, keine Situation ist seiner Gnade beraubt … Durch seine Gegenwart ist das Eingeschlossen-Sein fruchtbar geworden und hat der neuen Gemeinschaft der Apostel Leben geschenkt.“

„Wenn eine nicht fassbare Präsenz (das Virus) in der Lage war, die Prioritäten und eine scheinbar unverrückbare globale Agenda … durcheinanderzubringen und auf den Kopf zu stellen, dann wollen wir keine Angst haben, dass die Gegenwart des Auferstandenen uns den Weg bahnt, neue Horizonte eröffnet und uns den Mut gibt, diesen historischen und einzigartigen Augenblick zu leben.“

„Eine Handvoll furchtsamer Männer war in der Lage, eine neue Bewegung ins Leben zu rufen: die Verkündigung des lebendigen Gottes-mit-uns. Habt keine Angst!“

„Von seiner Seitenwunde her, Zeichen dafür, wie hart und ungerecht die Realität wird, möge er es sein, der uns drängt, der harten, schwierigen Realität unserer Brüder und Schwestern nicht den Rücken zu kehren.“

„Der Herr ist derjenige, der uns verwandelt, der sich unser bedient wie des Brotes, der unser Leben in seine Hände nimmt, uns segnet, uns bricht, uns austeilt und seinem Volk gibt.“

Den vollständigen Text, den ich Euch sehr ans Herz lege, findet Ihr unter diesem Link: http://www.vatican.va/content/francesco/de/letters/2020/documents/papa-francesco_20200531_lettera-sacerdoti.html

(Ludger Fest und Johannes Lerch 09.08.2020)

Geburtstag in Corona-Zeiten

Wie feiere ich meinen runden Geburtstag? Diese Frage hat mich lange umgetrieben, denn ich bin vor kurzem ein halbes Jahrhundert alt geworden und wollte gerne mit Freunden, Bekannten und Verwandten darauf anstoßen.

Bei größeren Feiern mit vielen Gästen ist man in der Regel sehr beschäftigt: Abgesehen von der ganzen Organisation und Logistik, hat man meist nur wenig Zeit, mit den Eingeladenen ausgiebig zu reden. Besonders schade ist das, wenn Menschen kommen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Dann spricht man kurz bei der Begrüßung ein paar Takte mit ihnen und das nächste Mal vielleicht bei der Verabschiedung.

Doch Gott sei Dank sind große Feiern in Corona-Zeiten nicht mehr erlaubt. Derzeit darf man sich ja privat nur bis zu 20 Personen treffen. Was also tun?

Eine schöne Idee habe ich erlebt, als ich selbst auf einem Corona-Geburtstag eingeladen war: Alle zwei Stunden hat die Jubilarin andere Gäste bei sich zuhause begrüßt. Jeder hatte als Aufgabe eine kleine Überraschungs-Challenge für das Geburtstagskind vorbereitet, und es war genügend Zeit, sich mit jedem ausgiebig auszutauschen.

Eine weitere Idee habe ich von einer Corona-Hochzeit gehört: Das Brautpaar reiste mit Bollerwagen und Sektflaschen von Haus zu Haus und konnte mit allen einzeln feiern und sich von kleinen Darbietungen überraschen lassen – geht natürlich nur auf dem Dorf richtig gut.

Ich habe nun meine Gäste dazu eingeladen, sich bei mir zu melden und einen individuellen oder auch gemeinschaftlichen Termin zu vereinbaren. So begrüße ich schon seit 14 Tagen immer wieder liebe Gäste, in mal größeren, mal kleineren Runden. Oft grillen wir, mal gibt es ein Mittagessen oder eine gemütliche Kaffeerunde – mal mit Kindern, mal ohne. An einem Abend haben mir die Freunde sogar das komplette Essen mitgebracht, und von einem anderen Ehepaar sind wir zum Feiern bei ihnen zuhause eingeladen.

So habe ich viele schöne und persönliche Begegnungen und kann es wirklich richtig genießen – eine ganz neue Möglichkeit, dank Corona.

(Marion Lerch, 30.07.2020)

Corona sei Dank!

Keine Frage: Die Corona-Krise hat vielen Menschen Leid gebracht: neben den durch COVID-19 Gestorbenen, den gesundheitlichen Problemen der Infizierten gibt es auch viele, die unter den wirtschaftlichen Folgen leiden oder psychisch angeschlagen sind und zum Beispiel aufgrund von Ausgangsbeschränkungen große Einsamkeit verspüren. Aber in jeder Krise liegt auch eine Chance.

„Corona sei Dank“ hat neulich eine Freundin gesagt, weil ihre Tochter nicht in der Schule präsent sein musste und während ihrer Abwesenheit auf den kleinen Bruder aufpassen konnte. Ja: Es gibt auch positive Aspekte, die ich mal in den Blick nehmen möchte.

  • Ich empfinde es zum Beispiel als sehr angenehm, dass viele Termine ausgefallen sind. Eine wohltuende Entschleunigung! Endlich mal Zeit, wieder mehr im Garten zu arbeiten, (kein Wunder, dass der Absatz in den Baumärkten boomt) ein gutes Buch zu lesen oder mich mehr mit meiner Frau auszutauschen.
  • In einer Kirche unserer Nähe gibt es seit der Corona-Krise den ganzen Tag über Eucharistische Anbetung, wo wir täglich eine Stunde verweilen dürfen. Auch die vielen Livestream-Gottesdienste haben es uns ermöglicht, mehr Gottesdienste mitzufeiern als zuvor, und es gibt unzählige gute Predigten und Impulse im Internet.
  • Christliche Seminare wie Online-Glaubenskurse „Alpha“, Online-Angebote für Paare oder der Missionskurs „Mission Possible“ der Gemeinschaft Emmanuel können eine ganz andere Klientel ansprechen. „Mein Mann wäre nie zu so einem Seminar mitgegangen, aber mal eine Stunde vor den Bildschirm zu sitzen, ist kein Problem“, so die positive Reaktion einer Teilnehmerin.
  • Ein großer Segen ist für mich die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Kein Pendeln mehr zum Büro, keine Staus auf den Autobahnen, weniger Umweltbelastung, weniger Benzinkosten.
  • Die Umwelt dürfte insgesamt profitieren: Weniger Luftverkehr, geschrumpfte Industrie-Produktion, geringerer Energieverbrauch: Der weltweite CO2-Ausstoß aufgrund der Corona-Pandemie ist vorübergehend deutlich gesunken. Durch den Rückgang der menschlichen Aktivitäten wurden jetzt auch im Wattenmeer deutlich mehr Robben gezählt.
  • Und so kommt auch das Familienleben wieder in Schwung: Beim Mittagessen und beim Kaffeetrinken bin ich nicht in der Kantine, sondern zuhause und bekomme so viel mehr vom Leben meiner Kinder mit, auch vom Homeschooling oder dem Online-Musikunterricht.
  • Mit meinen Geschwistern und meiner Mutter haben wir jede Woche eine Videokonferenz, wo wir uns austauschen und erzählen. So viel Kontakt wie in den letzten drei Monaten hatten wir in den letzten drei Jahren nicht!
  • Insgesamt ist die Corona-Krise ein Turbo für die Digitalisierung und beschleunigt die digitale Transformation der Gesellschaft. Überall sprießen E-Learning-Angebote, Webinare oder Online-Beratungen aus dem Boden.
  • Eine sehr menschliche Komponente kommt hinzu: die praktizierte Nächstenliebe: Ich habe das Gefühl, dass in der Corona-Krise viel mehr Menschen sich besonders um die Schwachen, Alten und Kranken kümmern. Immer wieder erleben wir, wie es in der Nachbarschaft Angebote zum Einkaufen oder für kleine Fahrdienste gib, Besuche, Einladungen oder Anrufe bei einsamen Menschen.
  • Und verbindend ist auch, dass wir durch COVID-19 alle wieder ein gemeinsames Thema haben, bei dem jeder mitreden und seine Erfahrungen einbringen kann, denn jeder ist irgendwie betroffen und muss versuchen, das beste aus seiner Situation zu machen.

Lassen wir uns nicht von den vielen Negativ-Schlagzeilen verunsichern. Es gibt auch viele positive Entwicklungen: „Corona sei Dank“ oder „Gott sei Dank“?

(Johannes Lerch, 18.07.2020)