Durch verschlossene Tür zu den verängstigten Menschen

Immer wieder sind die Texte von Papst Franziskus für mich Inspiration und Anlass, tiefer zu schauen.

So auch sein Brief, den er dieses Jahr an die Priester in der Diözese Rom geschrieben hat. Darin beschäftigt er sich mit der Bibelstelle Johannes 20,19-22, in der Jesus durch die verschlossenen Türen zu den verängstigten Jüngern kommt, ihnen den Heiligen Geist schenkt und sie aussendet.

Daraus möchte ich ein paar Gedanken mit Euch teilen, weil sie gut zu unserer derzeitigen Corona-Situation passen.

„Obwohl es notwendig war, die soziale Distanzierung einzuhalten, hat dies nicht verhindert, dass sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Gemeinschaft und der Mission verstärkte, was uns geholfen hat, dafür zu sorgen, dass die Liebe, vor allem gegenüber den am meisten benachteiligten Menschen und Gemeinschaften, nicht unter Quarantäne gestellt wurde.“

„Die Hoffnung hängt auch von uns ab und erfordert, dass wir einander helfen, damit sie lebendig und aktiv bleibt, jene ansteckende Hoffnung, die in der Begegnung mit den anderen gepflegt und gestärkt wird und die uns als Geschenk und Aufgabe gegeben ist, um die neue »Normalität« aufzubauen, nach der wir uns so sehr sehnen. Ich schreibe euch mit dem Blick auf die erste Gemeinschaft der Apostel, die ebenfalls Momente des Eingeschlossenseins, der Isolierung, der Angst und Unsicherheit durchgemacht hat.“

„Wir haben den plötzlichen Verlust von Familienangehörigen, Nachbarn, Freunden, Gemeindemitgliedern, Beichtvätern, Orientierungspunkten unseres Glaubens, erlitten. Wir haben die untröstlichen Gesichter derjenigen gesehen, die ihren Angehörigen in den letzten Stunden nicht nahe sein durften und sich nicht von ihnen verabschieden konnten. Wir haben das Leid und die Ohnmacht des Krankenhauspersonals gesehen, Ärzte und Pflegekräfte, die sich in nicht enden wollenden Arbeitstagen aufrieben, um die zahllosen Hilferufe zu beantworten.“

„Wir haben die Schwierigkeiten und Nöte der sozialen Einschränkungen gesehen und von ihnen gehört: Einsamkeit und Isolierung vor allem der alten Menschen; Sorge, Angst und das Gefühl der Schutzlosigkeit gegenüber der Unsicherheit in Bezug auf Arbeit und Wohnung; Gewalt und Zermürbung in den Beziehungen. Die uralte Angst vor der Ansteckung hat wieder zugeschlagen. Wir haben auch die beklemmenden Sorgen ganzer Familien geteilt, die nicht wissen, was in der nächsten Woche auf den Tisch kommen soll.“

„Die Merkmale des Virus bringen die Logik zum Verschwinden, nach der wir gewöhnlich die Realität aufgeteilt oder klassifiziert haben. Die Pandemie kennt keine Adjektive, Grenzen und niemand darf meinen, allein zurechtzukommen. Wir sind alle betroffen und beteiligt.“

„Persönlich und gemeinschaftlich gefährdet und getroffen in unserer Verwundbarkeit und Schwäche sowie in unseren Grenzen, ist die Gefahr groß, dass wir uns zurückziehen und weiter über die Trostlosigkeit nachgrübeln, die die Pandemie uns vor Augen stellt, oder dass wir uns auf einen grenzenlosen Optimismus versteifen, der unfähig ist, die reale Dimension der Ereignisse zu akzeptieren.“

„Als der Herr bei verschlossenen Türen in das Obergemach trat, mitten in Isolierung, Angst und Unsicherheit, in der sie lebten, war er in der Lage, jede Logik zu verwandeln und der Geschichte und den Ereignissen eine neue Bedeutung zu verleihen. Jede Zeit ist geeignet, Frieden zu verkünden, keine Situation ist seiner Gnade beraubt … Durch seine Gegenwart ist das Eingeschlossen-Sein fruchtbar geworden und hat der neuen Gemeinschaft der Apostel Leben geschenkt.“

„Wenn eine nicht fassbare Präsenz (das Virus) in der Lage war, die Prioritäten und eine scheinbar unverrückbare globale Agenda … durcheinanderzubringen und auf den Kopf zu stellen, dann wollen wir keine Angst haben, dass die Gegenwart des Auferstandenen uns den Weg bahnt, neue Horizonte eröffnet und uns den Mut gibt, diesen historischen und einzigartigen Augenblick zu leben.“

„Eine Handvoll furchtsamer Männer war in der Lage, eine neue Bewegung ins Leben zu rufen: die Verkündigung des lebendigen Gottes-mit-uns. Habt keine Angst!“

„Von seiner Seitenwunde her, Zeichen dafür, wie hart und ungerecht die Realität wird, möge er es sein, der uns drängt, der harten, schwierigen Realität unserer Brüder und Schwestern nicht den Rücken zu kehren.“

„Der Herr ist derjenige, der uns verwandelt, der sich unser bedient wie des Brotes, der unser Leben in seine Hände nimmt, uns segnet, uns bricht, uns austeilt und seinem Volk gibt.“

Den vollständigen Text, den ich Euch sehr ans Herz lege, findet Ihr unter diesem Link: http://www.vatican.va/content/francesco/de/letters/2020/documents/papa-francesco_20200531_lettera-sacerdoti.html

(Ludger Fest und Johannes Lerch 09.08.2020)

Nähe und Distanz – Schnappatmung und neue Fragen

Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Abstands-Gebot? Grade ist wieder mehr erlaubt, aber körperlichen Abstand halte ich nach wie vor – im Unterricht, im Gottesdienst, wenn ich Freunde treffe.

Bei der eucharistischen Anbetung habe ich mich kürzlich gefragt,  wie nahe ich eigentlich an Jesus herandarf. Muss ich da auch zwei Meter Entfernung halten? Wenn die verwandelte Hostie oben auf dem Altar ausgestellt ist, darf ich mich dann davor hinknien – mit ca. 1 Meter Abstand? Halte ich diese Nähe überhaupt aus? Über WhatsApp bekomme ich täglich Impulse zum Tagesevangelium, oft mit der Aufforderung, mich in die Szene hineinzudenken. Dann heißt es zum Beispiel: „Ich stelle mir vor, wie ich unter den Jüngern nahe bei Jesus sitze und seinen Worten lausche.“ Oder sogar: „Ich lehne meinen Kopf an Jesu Brust.“

Da bekomme ich Schnappatmung. Das würde ich mich NIE getrauen. Wenn Jesus jetzt tatsächlich auftauchen würde, hier in die Kirche hereinkäme mit anderen Menschen – wer bin ich, dass ich mich aufrecht ganz nah zu ihm hintrauen würde, mich sogar vordrängeln würde? Wahrscheinlich würde ich im sicheren (für mich sicheren) Abstand Deckung hinter anderen Menschen suchen (und zu ihnen keinen Abstand halten). Da bestünde überhaupt gar nicht die Gefahr, dass ich die 2 Meter zu Jesus hin unterschreite. Hmm, warum eigentlich? Dem sollte ich mal nachgehen …

Was wäre also, wenn Jesus jetzt hier leibhaftig hereinkäme? Halt! Ist er nicht schon da? Hier vor mir, in Gestalt der Hostie? Zumindest glaube ich das als Katholikin, mal eindeutig, mal verschwommen, mal nur im Bemühen. Das hatte ich vergessen. Komisch, dass ich hier keine Angst vor Nähe habe. Wieder Stoff zum Nachsinnen …

Nicht umsonst sind ja der Altarraum und der Tabernakel vom Rest der Kirche abgesetzt. Hier ist ja unser größter Schatz. Das Wichtigste, was es gibt. Hier ist der Herrscher der Welt! Sollte ich da nicht überwältigt und respektvoll Distanz halten, ein bisschen Schnappatmung inklusive?  Glaube ich also vielleicht doch nicht so richtig, dass er wirklich hier ist? Habe ich mehr Angst vor den Menschen als Angst vor Gott? Ist meine Furcht größer als meine Ehrfurcht? Neue Fragen dank Corona.

Auf jeden Fall hat Jesus die Nähe nie gescheut, das beruhigt mich. Den Aussätzigen, in strenger Quarantäne, hat er nicht im Abstand von zwei Metern geheilt, sondern ihn berührt. Die Frau, die an Blutungen litt und als Unreine niemanden berühren durfte, hat sein Gewand berührt – und er hat sich ihr zugewandt. Da wird er auch mein Problem mit Nähe und Distanz auf die Reihe kriegen. Auch deshalb bleibe ich hier, vor ihm.

(Bernadett Groß, 27.06.2020)

Ein Wort für Dein Leben

Wenn ich eines unserer Kommunionkinder frage, „was bedeutet beten?“, bekäme ich (hoffentlich 😉) zur Antwort: „mit Gott reden“.

Wer betet, wünscht sich Kontakt mit Gott. Einen Kontakt, der nicht einseitig ist, sondern eine Antwort erhält. Eine Antwort, die aber nicht immer so direkt ist wie in dem Gespräch mit dem Kommunionkind. Wer an Gott glaubt und dies auch schon länger tut, kennt wahrscheinlich verschiedene Arten der Antwort.

Eine Form des Gebetes, die in der Gemeinschaft Emmanuel gerne gepflegt wird, ist der Lobpreis.* Am Montagfrüh hatte ich mich dem Lobpreis der Geschwister im Emmanuel-House Münster angeschlossen, die diesen in einem Livestream (live.emmanuel.de) übertragen haben.

An einer Stelle ist es üblich, um den Heiligen Geist zu bitten und in diesem Geist die Bibel frei aufzuschlagen und die Stelle zu lesen, auf die ich als erstes schaue. Ich habe mir also eine Bibel genommen und dies getan. Wer mich gut kennt, wird jetzt lachen, wenn ich sage, dass ich im Buch Jesaja den Anfang des 9. Kapitels (Verse 1-6) aufgeschlagen habe. (Die Bibel ist neu und bisher wenig gelesen, da waren keine Eselsohren und kein Lesezeichen an dieser Stelle. 😉)

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf. (Version Einheitsübersetzung 2016)“ So lautet der Anfang dieses Textes, der vielen bekannt ist aus den Lesungen der Christmette am Heiligabend. Wenn es einen Bibeltext gibt, von dem ich sagen würde „Das ist mein Text“, dann ist das dieser. Er begleitet mich schon sehr lange durch alle Höhen und Tiefen, und es war der Text, über den ich meine Diplomarbeit geschrieben habe. Und diesen Text, dieses Wort der Zuversicht, schenkt mir Gott als Antwort (auf mein Leben, mein Gebet, meine Sorgen, meine Fragen), mitten in der Corona-Krise, am Montag in der Karwoche.

Vielleicht will er mir sagen: „Vergiss nicht. Viele haben es schon vor dir gesehen und bezeugt. Ich bin das Licht, das scheint, wenn du in der Finsternis bist. Du kennst mich, denn du hast mich schon öfter gesehen und ich bin auch jetzt da; in deiner Finsternis und in der Finsternis der Welt in dieser Zeit.“

Wer im Tunnel der Sorgen und der Angst gefangen ist, wer sich alleine fühlt und hilflos, der kann ein Licht gut gebrauchen. Jesus Christus möchte dieses Licht für uns sein. Dafür ist er den Weg mit dem Kreuz gegangen. Dafür ist er gestorben und auferstanden. Dass Gott Dir Deine eigene Antwort auf Deine Fragen schenkt und dass er für Dich ein Licht ist in dieser Zeit, das wünsche ich Dir.

Juliane Schaad, 09.04.2020

*In Liedern und Gebeten preisen wir Gott als unseren Schöpfer und Erlöser und danken ihm für die vielen kleinen und großen Dinge, die er uns schenkt. Der Lobpreis ist eine Haltung, die uns helfen kann, unser Leben zuerst und vor allem mit Zuversicht und den liebenden Augen Gottes zu betrachten.

Soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert

In den letzten Tagen geht mir dieser Satz nicht aus dem Kopf, der nun von den Politikern als Verhaltensregel ausgegeben wurde: Wir sollen niemanden mehr treffen, außer der eigenen Familie (falls vorhanden). Das geht durch Mark und Bein. Denn wenn ich meine Freunde und Verwandte nicht mehr treffen kann, was bleibt dann noch übrig von meinem Leben? Was ist mir wichtig? Was kann ich tun? Schließlich möchte ich ja aktiv bleiben. Ohne Aktivität hört mein Leben auf. 

Arbeit im Homeoffice ist zwar möglich, aber eben auch Arbeit in einer Isolation (auch wenn andere Kanäle zur Kommunikation existieren, die helfen). Und wenn man, wie ich gerade, im Büro eine Flaute hat (die nichts mit Corona zu tun hat), dann bleibt nicht viel übrig von der Aktivität … 

Was mich persönlich glücklich macht ist: Zeit mit Menschen zu verbringen, die ich gern habe. Doch meine Zeit ist begrenzt. Ich schreibe hier, weil ich eine andere Hoffnung habe: Ich hoffe auf Jesus. Ja genau, der Jesus, der vor mehr als 2000 Jahren gestorben ist. Denn er ist nicht mehr tot, er ist lebendig! So lebendig, wie ich es bin! Er schenkt mir seine Liebe. 

Wie? Er kommt zu mir, wenn ich mir Zeit nehme, wenn ich still werde. Wenn ich ihn einlade, in mein Leben zu kommen. Er schenkt mir seine Gegenwart. Und ich kann das in mir spüren. Denn ich werde ganz ruhig, friedlich und von einer großen Freude erfüllt. Diese Liebe, die er mir schenkt, ist an keine Bedingungen geknüpft. Kein „wenn du … dann …“. 

Einbildung? Ganz sicher nicht. Ich kenne mich genau: In Wirklichkeit bin ich ein Angsthase, auch feige. Woher sollte ich diesen Frieden nehmen? Woher? Ich habe nichts davon in mir. Ich bekomme ihn geschenkt. Egal, wie meine Lebensumstände sind!

Versuch‘ es auch mal: Sag zu Jesus: „Komm zu mir, tröste mich!“ Gegen alle Corona-Angst. Gegen alle sonstige Angst: Er ist der Retter.

Gabi Gelhausen, 25.03.2020

Hände waschen mit Gebet

Wir alle sind aufgefordert, regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen, um uns nicht mit dem Coronavirus anzustecken. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, die Hände mindestens nach dem Toilettengang, beim Nachhausekommen, vor dem Essen, nach dem Müllrausbringen und dem Kontakt mit einem Tier zu reinigen.

Innenseiten und Rücken der Hände, Fingerzwischenräume, Fingernägel und Daumen sollten 20 bis 30 Sekunden lang sorgfältig eingeseift werden. Als Merkhilfe für die richtige Dauer wird vorgeschlagen, zwei Mal hintereinander das Lied „Happy Birthday“ zu summen.

Da kommt mir doch gleich in den Sinn, stattdessen ein christliches Lied zu summen oder ein Gebet zu sprechen: ein Vaterunser und anschließend ein Ave Maria dauert etwa eine halbe Minute und kommt zeitlich gesehen genau hin. Das habe ich mir inzwischen angewöhnt. Und wie schön ist es, so oft am Tag mit diesem Gebet beim Händewaschen alle vor Gott zu bringen, die besonders unter dem Coronavirus leiden, weil sie infiziert sind, Angst davor haben, sich um andere kümmern oder vor schwierigen Entscheidungen stehen.

Kaum hab ich damit angefangen, erhalte ich über WhatsApp eine Grafik „Händewaschen für Katholiken“. Dort wird nach dem Vaterunser und dem Ave Maria noch ein Ehre sei dem Vater angefügt. Dauert dann 30 bis 45 Sekunden. 🙂

Johannes Lerch, 15.03.2020

Ungeplant planlos

Wir leben in einem Land, in dem wir normalerweise erstmal keine Angst haben müssen, dass sich ungeplant von heute auf morgen unser Leben ändert und auf den Kopf stellt.

Natürlich kann es vorkommen, dass plötzlich ein geliebter Mensch stirbt, eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird oder ein Hochwasser oder Unwetter uns die Lebensgrundlage rauben, aber das ist für viele von uns weit weg. Unser Leben ist in aller Regel über Wochen und Monate, zum Teil sogar für Jahre, vorgeplant. Oft sind die Zeitfenster eng gesteckt und jedes kleine Rädchen muss in das andere greifen, damit am Ende alles passt und funktioniert.

Und plötzlich ist da diese un-fassbare Gefahr ganz nah vor unserer Tür, in Form eines uns noch in vielen Aspekten unbekannten Virus. „Juliane, du kannst nicht mehr planen“, hat am Donnerstag eine Kollegin zu mir gesagt. Mit dieser Aussage habe ich so langsam angefangen zu verstehen, dass sich im Moment wirklich unser ganzes Leben durch die Tatsache ändert, dass dieses un-bekannte Virus an unsere Türen klopft. (Ich habe gerade erstmal nachgeschaut welches grammatikalische Geschlecht „Virus“ hat. Aus Duden.de: „das Virus, außerhalb der Fachsprache auch: der Virus; Genitiv: des Virus, Plural: die Viren“)

Schlag auf Schlag ging es dann am Freitag weiter. (By the way: Darüber hat niemand auch nur einen Gedanken verschwendet, dass das ein Freitag der 13. war 😊. Dieser Aspekt gefällt mir, denn Aberglaube macht nur unnötig Angst, aus Sicht einer Christin, die grundsätzlich erstmal an das Gute glaubt.)

Auf allen Ebenen wurden Krisensitzungen einberufen, getagt und Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, möglichst viele Menschen möglichst lange vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Die Devise wurde immer klarer: Niemand will etwas riskieren oder die Verantwortung für unnötige Ansteckungen übernehmen.

Und plötzlich stehen viele von uns Menschen in Deutschland (und so manchem anderen Land auf dieser Welt) da und wissen nicht mehr, was morgen ist. Für manche mag das ein Grund zur Freude sein, anderen macht das Angst, weil die Befürchtung groß ist, dass die Leere im Kalender unmittelbar zur Leere im Geldbeutel oder auf dem Konto führt.

Floskeln und Plattitüden helfen da nicht weiter, alles auf die Politik schieben jedoch auch nicht. Helfen kann die Erfahrung, dass es im eigenen Leben bisher immer einen Weg gab, wie es weiter ging und dass sich gerade in Notsituationen so manches gut gefügt hat, was nicht zu erwarten war. Gläubige Menschen nennen das Fügung, andere Schicksal. Mein Glaube hilft mir heute zuerst zu sehen, dass die Sonne scheint ist und die Blumen blühen und dann erst das zu betrachten, was als Herausforderungen oder Steine vor mir liegt.

Achtsamkeit, im „Hier-und-Jetzt-Leben“ sind Schlagworte, die in den letzten Jahren immer mal wieder Konjunktur hatten. Vielleicht ist es genau das, was uns jetzt weiter hilft: einfach nur für heute Leben. Das Morgen, kommt morgen.

Der bekannteste Bibeltext hierzu stammt aus der Bergpredigt im Matthäusevangelium (Matthäus 6, 25-29 – hier aus der Einheitsübersetzung 2016): „Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Was noch hilft, machen wir hier in diesem Blog: positiv bleiben, kreativ werden und weiter-denken. In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten und zuversichtlichen Tag.

Juliane Schaad, 14.03.2020