Die 3-G-Regel

Mittlerweile ist sie überall präsent – die 3-G-Regel: Wer geimpft, genesen oder getestet ist, kann auch in Corona-Zeiten relativ unbeschwert leben. Aber, was ist mit all den anderen? Wer weder geimpft, noch genesen ist, muss sich testen lassen, und die Tests sollen ab Mitte Oktober nicht mehr kostenlos sein. Der Druck, sich impfen zu lassen, steigt.

Heute hab ich von einer anderen 3-G-Regel gelesen: Gebraut, Gezapft, Getrunken. So kann man natürlich auch durch den Corona-Sommer kommen und mit Alkohol die Sorgen wegspülen. Oder wegessen: Gekauft, Gekocht, Gegessen.

Da müsste es aber doch eigentlich auch christliche G‘s geben, die uns helfen, den Glauben an Gott nicht zu verlieren. Taufschein-Christen könnten sich vielleicht darauf berufen, Getauft und Gefirmt zu sein.

Apropos Gs: Legendär war ja auch das Stück von Heinz Erhard, bei dem alle Worte mit „G“ anfangen: „Geliebte Gisela – geliebter Gregorius“, so beginnt ein Techtelmechtel eines Mannes mit einer verheirateten Frau, bis die beiden vom Ehemann der Frau erwischt werden. „Gnade, gütiger Gatte,“ winselt die Frau, während ihr Liebhaber versucht, alles herunterzuspielen und stottert: „Gewürz-Gurken geplaudert … gänzlich geschäftlich.“ Doch der Ehemann lässt sich nicht beruhigen: „Gemeines Gesindel, greife Gewehr“ und schießt, worauf der Liebhaber Heinz Erhard im Weglaufen noch antwortet: „Gesäß getroffen … Grüß Gott.“

Und schon sind wir wieder bei Gott angekommen. Mir sind drei andere G’s eingefallen, an die zu erinnern ich mir vorgenommen habe: Geliebt, Gewollt, Gesegnet. Wir sind geliebte Kinder Gottes, Er hat uns gewollt, schon vor Erschaffung der Welt und uns immer wieder gesegnet.

Wir können ebenfalls mit 3 G’s antworten: Geliebt, Gebetet, Geholfen – Auch wir zeigen unsere Liebe, indem wir beten und anderen Menschen helfen. Dazu gibt es in der Corona-Krise reichlich Gelegenheit.

(Johannes Lerch, 02.07.2021)

Dankbar voran

Mittlerweile sind bei uns in Deutschland die Inzidenzzahlen auf dem Sinkflug. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 5,0. Die sich in anderen Ländern schnell ausbreitende Delta-Variante scheint hierzulande für die wenigsten eine Bedrohung zu sein. Vielmehr macht sich langsam Hoffnung breit, dass die Rückkehr zur Normalität endlich in Reichweite ist. Grund genug, dankbar voranzugehen.

Vor etwa einem Jahr haben wir in dem Beitrag Corona sei Dank! positive Aspekte der Corona-Krise in den Blick genommen. Auch heute können wir rückblickend für vieles dankbar sein, was sich während der Krise positiv entwickelt hat. Aber wir können auch dafür dankbar sein, dass Maskenpflicht, Beschränkungen und Versammlungsverbote jetzt nach und nach gelockert werden. Doch wie schnell gewöhnen wir uns an die neue Situation, und wie schnell vergessen wir, danke zu sagen.

Geht es uns wie den zehn Aussätzigen, die von Jesus geheilt wurden (vgl. Lukasevangelium 17,11-19)? Nur einer – ein Samariter – kehrt um und bedankt sich. Da fragt Jesus: „Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?“ Seien wir also dankbar, wenn wir – so wie damals die Aussätzigen auch – aus der Quarantäne herauskommen und wieder am normalen Leben teilhaben dürfen.

Dankbarkeit hängt ja auch mit Glück zusammen, wie der australische Bestsellerautor Matthew Kelly in seinem Buch „The Biggest Lie in the History of Christianity“ festgestellt hat: „Man kann nicht dankbar und gleichzeitig unglücklich sein!“

Um diese Dankbarkeit geht es auch beim Forum Emmanuel, das vom 6. bis 8. August in vielen Städten Deutschlands und Österreichs stattfinden wird. Bei einer Wallfahrt am Sonntag wollen die Teilnehmer „dankbar voran“ gehen und gemeinsam in den Blick nehmen und miteinander teilen, was sie in und trotz der Corona-Krise Gutes und Schönes erlebt haben, um so wieder gestärkt und glücklicher in den Alltag gehen zu können. Herzliche Einladung an alle: www.forum-emmanuel.de

(Johannes Lerch, 02.07.2021)

Hängt unser Glück von der Impfung ab?

Die Corona-Krise wird schon seit einiger Zeit zunehmen von den Impfungen geprägt: Welcher Impfstoff wird wann zugelassen und wie und an wen verteilt? Wer darf zuerst, wer muss noch warten, wer drängelt sich vor?

Manchmal habe ich den Eindruck, wir stehen wie die kleinen Kinder vor der Bonbontüte – können es kaum erwarten, bis wir unsere Ration bekommen und denken dabei nur an uns selbst. Oder wir lassen den anderen großzügig den Vortritt, weil wir glauben, dass die Bonbons vergiftet sind: Sollen die anderen doch erst einmal vorkosten.

Die erbitterte Diskussion zwischen Anhängern und Skeptikern von Impfungen führt mittlerweile zum Riss zwischen Freunden und Bekannten, ja zur Entfremdung der Gesellschaft. Über alle Details wird gestritten – einander widersprechende Studien und Aussagen von Virologen werden zum Beleg der eigenen Überzeugung herangezogen. Dabei ist jeder in seiner Medienblase gefangen und konsumiert nur noch die Informationen, die die eigene Einstellung unterstützen. Ein echter Dialog wird dadurch immer schwieriger.

Querdenker und Impfgegner machen im Internet massiv mobil. Verschwörungstheoretiker glauben, dass Regierung und Pharmaindustrie unter einer Decke stecken, und dass einige Impfstoffe das Erbgut verändern oder Unfruchtbarkeit entstehen könnten. Außerdem wurde viel Angst vor Zwangsimpfungen geschürt.

Auf der anderen Seite jubilieren die Impfbefürworter dankbar, dass es unseren Wissenschaftlern gelungen ist, Impfstoffe zu entwickeln, die wirksam vor Covid-19 schützen. Das lang ersehnte Schutz-Vakzin wird dabei zum göttlichen Heilsbringer hochstilisiert – der Alltag scheint sich wieder zu entspannen, wenn man vor dem Virus geschützt ist, sodass Familien und Generationen sich endlich wieder zwanglos begegnen können.

Das Bemühen um eine Impfung wurde allerdings eine Zeit lang zum Lotteriespiel. Wer einen Impftermin ergattern konnte, freut sich wie bei einem Lottogewinn und triumphiert glückselig in seinem Bekanntenkreis, wie wenn man ihm Glückshormone verabreicht hätte.

Doch hängt unser Glück wirklich von einer Impfung ab – oder stürzt sie uns ins Unglück? Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Wer allerdings nur um sich selbst kreist, kann nicht glücklich werden. Tiefes, dauerhaftes Glück entsteht da, wo wir anderen eine Freude bereiten.

Jesus ist der beste Chef-Virologe, ihm können wir uns anvertrauen: „Wer auf den Herrn vertraut, den umgibt er mit Gnade.“ (Psalm 32,10). Gott führt uns durch den Heiligen Geist: Sein Impfstoff besteht aus den Geistesgaben, die durch Weisheit, Erkenntnis, Einsicht, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht zum Ausdruck kommen.

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Römer 8,38-39)

(Johannes Lerch, 02.05.2021)

Corona-Ostern mit Hoffnung für Neuanfang

Wir feiern das zweite Osterfest unter Corona-Einschränkungen. Während vor einem Jahr alle schockiert waren und die Hoffnung hatten, diese Krise bald zu überwinden, macht sich in diesem Jahr vielerorts Niedergeschlagenheit breit. Über 75.000 Familien haben in Deutschland einen geliebten Menschen durch das Virus verloren, und selbst die Beerdigungen dürfen nur in kleinem Kreis und unter strengsten Auflagen stattfinden.

Hoffnungsschimmer auf Impfstoffe werden immer wieder durchkreuzt, und neue Pandemie-Wellen und Virus-Mutationen lassen uns verzagen. Doch angesichts der drohenden Gefahr für Leib und Leben hat die Botschaft von Ostern eine besondere Kraft. Denn im Zentrum des christlichen Festes steht zunächst eine schreckliche Grenzerfahrung. Dabei geht es nicht nur um den qualvollen Tod eines Menschen, der zuvor gedemütigt und gefoltert wurde, sondern auch um diejenigen, die zurückbleiben. Die Jünger Jesu waren zunächst entmutigt und liefen davon. Angst, Orientierungslosigkeit und Trostlosigkeit machten sich breit.

„In den dunklen Monaten der Pandemie hören wir den auferstandenen Herren, der uns einlädt, niemals die Hoffnung zu verlieren“, sagte Papst Franziskus in der Osternacht im Petersdom. Ein Neuanfang sei immer möglich. Auch aus den Trümmern unserer Herzen könne Gott ein Kunstwerk schaffen, auch aus dem Scherbenhaufen der Menschheitsgeschichte habe Gott etwas Neues entstehen lassen.

Jesus Christus lebt, hier und jetzt, betonte der Papst: „Er begleitet dich jeden Tag – bei der Situation, die du gerade erlebst, bei der Prüfung, die du durchmachst, bei den Träumen, die du hegst. Er eröffnet neue Wege, wo du meinst, es gäbe keine, er bringt dich dazu, dagegen anzukämpfen, dem Vergangenen nachzuweinen oder alles als „schon dagewesen“ abzutun. Auch wenn dir alles verloren erscheint, öffne dich staunend für das Neue, das er verheißt: Er wird dich überraschen.“

Nach seiner Auferstehung werden die Jünger nach Galiläa gerufen, um dort den auferstandenen Herrn zu treffen. Das bedeutet, sich wegzubewegen vom Grab, neue Wege zu beschreiten, was ja gerade in der Corona-Krise für uns alle wichtig geworden ist. Unser Glaube muss sich wieder neu auf den Weg machen, wenn er lebendig sein soll. Dazu gehört es auch, Kindheitserinnerungen aufzugeben und sich voll Vertrauen und demütig von Gottes Wegen überraschen lassen.

Nach Galiläa gehen bedeutet auch, an die Grenzen zu gehen, denn Galiläa ist der am weitesten entfernte Ort der dortigen Region. So werden auch wir heute gebeten, dorthin zu gehen, wo die Ausgegrenzten sind, wo sich das tägliche Leben abspielt, in die Straßen, auf denen wir jeden Tag unterwegs sind, in die verschiedenen Winkel unserer Städte – dorthin geht der Herr uns voraus und dort zeigt er sich, gerade im Leben derer, die an unserer Seite leben und mit uns Zeit, Haus, Arbeit, Nöte und Hoffnungen teilen. In Galiläa lernen wir, dass wir den auferstandenen Herrn in den Gesichtern unserer Brüder und Schwestern finden können – im Enthusiasmus derer, die träumen, und in der Resignation derer, die verzagt sind, im Lächeln derer, die sich freuen, und in den Tränen derer, die leiden, besonders in den Armen und in denen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Wir werden staunen, wie sich Gottes Größe im Kleinen offenbart, wie seine Schönheit in den Einfachen und Armen aufstrahlt.

Wenn wir also in unserem Herzen eine dunkle Stunde tragen, ein verschüttetes Licht, einen zerbrochenen Traum, dann sind wir aufgerufen, unser Herz voll Staunen für die Osterbotschaft zu öffnen: „Erschrick nicht, er ist auferstanden! Er wartet auf dich in Galiläa“. Deine Erwartungen werden nicht unerfüllt bleiben, deine Tränen werden getrocknet werden, deine Ängste werden von der Hoffnung besiegt werden. Denn weißt du: der Herr geht dir immer voraus, er geht immer vor dir. Und mit ihm beginnt das Leben immer neu.

Die Osterbotschaft kennt den Zustand der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Aber sie will vor allem ermutigen und Hoffnung spenden, damit Leid, Angst und Tod nicht das letzte Wort haben. „Veränderung kann schneller kommen, als wir glauben. Manchmal von unerwarteter Seite“, so ein Zeitungskommentar.

Quellen: Kommentar Hoffnung bleibt im Mannheimer Morgen | Predigt in der Osternacht von Papst Franziskus

(Johannes Lerch, 04.04.2021)

Mit dem heiligen Josef durch die Corona-Krise

Am 19. März feiert die Kirche das Hochfest des heiligen Josef, dem Papst Franziskus auch ein weltkirchliches Festjahr gewidmet hat, das noch bis zum 8. Dezember dauert. Warum kann uns der heilige Josef ein „verlässlicher Coach“ in der Corona-Krise sein, wie der Innsbucker Bischof Hermann Glettler es formuliert hat?

Der heilige Josef hatte genügend Krisenerfahrung, um „ermutigende Leitfigur und Bewährungs-Hilfe“ zu sein. Wirkliches Vertrauen schenkt man im Allgemeinen nicht erfolgreichen Karrieremenschen, sondern eher denen, die selbst schon handfeste Schwierigkeiten durchgemacht haben und sich bewähren mussten.

Der Bräutigam von Maria bewährte sich gleich in mehreren Krisen: Als er erfährt, dass seine Verlobte schwanger war, aber nicht von ihm, plante er, sich in Stille von ihr zu trennen. Doch dann folgte er der Aufforderung Gottes in einem Traum, sie zur Frau zu nehmen. Eine weitere Krise gab es zu bestehen, als das Paar kurz vor der Geburt nach Bethlehem wandern musste und dort keine Herberge fand. Schließlich gebot ihm ein weiterer Traum, mit Maria und Jesus nach Ägypten zu fliehen, und nach zwei Jahren wurde er wieder zurück nach Israel geschickt. Immer wieder musste er seine Pläne kurzfristig ändern und an die Grenze seiner Kräfte gehen, um den Auftrag Gottes, seine Familie zu schützen, zu erfüllen. Auch wir müssen uns in der Corona-Krise immer wieder neu orientieren, unsere Pläne ändern und aus unseren Kraftreserven leben.

Von Josef ist keine einzige Aussage in der Bibel überliefert. Der Mann ohne Worte war still und demütig. Alleinsein und Einsamkeit waren ihm nicht fremd. Auch in der Corona-Krise leiden viele Menschen unter Einsamkeit. Ein Leben ohne Worte, ohne Austausch, ohne Kommunikation ist auf Dauer kaum vorstellbar. Der schweigende Josef kann das gut verstehen. Sein bescheidender Dienst im Hintergrund – ohne jede Wichtigtuerei – kann uns Wegweisung sein. Denn Josef war in seiner tiefen Gottverbundenheit auch stark und mutig und hat die Botschaften des Engels konsequent umgesetzt. So ist er heute zurecht Schutzpatron der Kirche.

Der heilige Josef hat auch das Unrecht der römischen Besatzungsmacht miterlebt, mit großer Armut und hohen Steuern. Gerade in der aktuellen Corona-Krise, in der viele in finanzielle Nöte geraten, kann der Heilige Josef daher ein guter Fürsprecher sein. Er ist Beschützer von Familien, Frauen und Kindern. Als Tischler konnte er selbst für den Unterhalt seiner Familie sorgen. „Handwerker kommen überall zurecht“, sagte Pater Paulus-Maria Tautz CFR beim Josefsabend der Emmanuel Jugend am 19. März in München. So gilt Josef auch als Patron der Arbeiter.

Für Jesus war Josef Vater, Erzieher und Lehrmeister zugleich. Das Oberhaupt der Heiligen Familie ist auch ein wichtiges Vorbild für alle Väter, schreibt Papst Franziskus bei der Ausrufung des „Jahres des heiligen Josef“. Vater werde man nicht, „indem man ein Kind in die Welt setzt, sondern indem man sich verantwortungsvoll um es kümmert“.

Viele Wesenszüge von Josef sind auch in der Corona-Krise vonnöten und machen ihn zum idealen Fürsprecher. „Wir brauchen einsatzbereite Leute, die nicht nur aus der Distanz kommentieren oder Theorien huldigen, sondern selbst Verantwortung übernehmen – so wie Josef“, forderte Bischof Glettler.

Und Papst Franziskus wird durch den stillen und unauffälligen Josef im Apostolischen Schreiben „Patris Corde“ an die vielen Menschen erinnert, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Verborgenen einen wertvollen Beitrag für die Bewältigung dieser Krise leisten: „Wie viele Menschen üben sich jeden Tag in Geduld und flößen Hoffnung ein und sind darauf bedacht, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern.“ Geschichte schreiben heute all jene, die nicht im Rampenlicht stehen: „Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Spediteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet.“ Sie alle leisten tagtäglich ihren Dienst ohne viel Aufhebens und helfen so, dass wir gemeinsam diese herausfordernde Zeit durchstehen.

Siehe auch Gebet zum Heiligen Josef

(Johannes Lerch, 19.03.2021)

Primetime in der Familie

In der Corona-Pandemie scheinen Familien die großen Gewinner zu sein. Hier gibt es keine Einsamkeit, sondern permanente Beziehung untereinander mit Austausch und Gesprächen, gemeinsamen Aktivitäten, Spielen und Ausflügen. Je mehr Kinder, desto abwechslungsreicher die sozialen Kontakte. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht oft anders aus. Nicht nur die Teenies hängen viel am Handy oder ziehen sich in ihr Zimmer zurück, leben in ihrer eigenen Welt und lassen sich oft nur zu den Mahlzeiten blicken. Auch wir Eltern haben festgestellt, dass wir viel zu oft mit eigenen Dingen beschäftigt sind und bedauerten, dass es in unserer Familie mitunter nur selten wirklich gute Interaktionen gab – wo doch gerade jetzt im Lockdown so viel Zeit dafür wäre.

Was nicht ist, kann ja noch werden, dachten wir. Also organisierten wir in den Weihnachtsferien eine „Primetime“, in der jeder mit jedem eine Zeit zu zweit hatte (zur Aufteilung gibt es übrigens praktische Turnierplan-Tabellen im Internet). Für das etwa einstündige Gespräch hatten wir drei Impulsfragen vorgeschlagen: Was schätze ich an dir? Was kann ich von dir lernen? Was ich schon immer mal von dir wissen wollte.

Weil wir uns in dem Zweieraustausch nur auf das Positive beschränkten, entstanden unglaublich schöne, auferbauende und hoffnungsvolle Gespräche, von denen wir immer noch zehren. Manchmal gab es einen Spaziergang, ein andermal eine gemütliche Zeit im Kinderzimmer bei einer Tasse Tee oder ein abendlicher Austausch am Kaminfeuer. Um die vertraulichen Gespräche zu schützen, haben wir Stillschweigen über die Inhalte vereinbart.

In jedem Falle wurde durch diese Primetime eine gute Basis gelegt: Gespräche, an die man immer wieder anknüpfen kann. Vielleicht gibt es bald eine zweite Runde …

(Marion und Johannes Lerch, 10.01.2021)

Weihnachten findet statt, aber anders

Unser erster gemeinsamer Heiligabend war erbärmlich: Wir waren frisch verheiratet und feierten zum ersten Mal den Weihnachtsabend nicht mit unseren Familien, sondern zu zweit allein in der neuen Wohnung. Nach langen Diskussionen über die Gestaltung des Abends wollten wir im Anschluss an die frühe Christmette Fondue essen. Allerdings wurde ich plötzlich krank und musste mich ins Bett legen, sodass meine Frau alleine vor dem mit Liebe zubereiteten Essen saß und auch den ganzen Abend über alleine war.

Eigentlich ein armseliges Fest – und doch waren wir in dieser Armut Jesus besonders nahe. Schließlich kam Er auch in völliger Armut zur Welt – in einer Notunterkunft, einem Stall, weil für die Familie kein Platz mehr war.

Wie viele Menschen müssen jedes Jahr Heiligabend alleine verbringen, ohne Familie oder Angehörige. Und wie viel mehr sind es dieses Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen!

Bei uns in Mannheim wurden vom 4. Advent bis zum 10. Januar alle Gottesdienste abgesagt. Also auch keine Christmette mehr. Wie kann da Weihnachten überhaupt noch stattfinden? Es geht – aber anders. Und vielleicht deshalb besonders intensiv und tiefer erfahrbar.

Auch in den größten Kriegszeiten wurde Weihnachten gefeiert. Gerade in unserer Armut berühren sich Himmel und Erde und erfüllen die Engel den dunklen Stall in uns mit ihrem Licht. Die Menschen werden kreativ und feiern Weihnachten anders:

  • Musiker ziehen durch die Straßen uns spielen Weihnachtslieder, wie es dieses Video zeigt: https://trotzdemlicht.ch/#video
  • Kinder und Theaterleute spielen an ungewöhnlichen Orten Herbergssuche.
  • An Weihnachtszäunen werden Give-aways zum Mitnehmen verschenkt.
  • Vom Balkon herunter singen Menschen Weihnachtslieder.
  • Es gibt Ideen, mit den Kindern zusammen in den Wald zu gehen, die Weihnachtsgeschichte am Lagerfeuer zu hören und das Fondue über dem Feuer zu essen.
  • Wer lieber zuhause feiern möchte, der kann sich über Videokonferenzen digital mit anderen verbinden.
  • Für Hausgottesdienste gibt es mittlerweile unzählige Vorlagen im Netz, zum Beispiel vom Liturgischen Institut: https://www.liturgie.ch/praxis/gottesdienst-corona/advent-weihnachten/1793-weihnachten-hausgebet-digital.
  • Wer selbst Weihnachtslieder singen möchte, findet im Internet Texte, Noten mit Gitarrengriffen und Musikdateien zum Mitsingen, zum Beispiel in der Liederkiste: https://www.liederkiste.com/index.php?c=weihnachtslieder&l=de

Die Beispiele zeigen, dass Weihnachten nicht von den äußeren Umständen, sondern von unserer inneren Bereitschaft abhängt. Zum Glück gibt es keinen Lockdown der Seelen. Das berührende Weihnachtsvideo von Edeka zeigt, wie Menschen auch in Corona-Zeiten zusammenhalten: https://www.youtube.com/watch?v=Sjo5ue9ZTuw

(Johannes Lerch, 20.12.2020)

Täglich 10 Minuten Stille schenken

Angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die schwierigen gesellschaftlichen Entwicklungen hat die Akademie für Dialog und Evangelisation in Wien einen schönen Lösungsansatz entwickelt, an dem jede und jeder mitwirken kann. Er ist einfach und herausfordernd zugleich: Schenk dir und anderen täglich 10 Minuten Stille!

Du beginnst einfach damit, nachzudenken, wofür du gerade dankbar bist. Danach kannst du all denjenigen, die es schwer haben, von Herzen Gutes wünschen. Ob du nun gläubig bist oder nicht, jede und jeder kann mitmachen: entweder mit deinen wohlwollenden und positiven Gedanken oder direkt an Gott gerichtet – mit deinem Dank oder einer Bitte für Menschen, die Hilfe brauchen. Ob so oder so, in jedem Fall wird es unser Denken und unser Handeln inspirieren und neu beleben und uns trotz aller Distanzen miteinander verbinden.

Ohne echtes Innehalten gibt es nämlich keine Hoffnung für einen neuen Zusammenhalt und eine großherzige Solidarität, die heute so dringend gebraucht werden. Ganz begeistert von dem ungewöhnlichen Aufruf ist Philippe Pozzo di Borgo, der Welterfolgs-Autor von „Ziemlich beste Freunde“. Sein verfilmtes Schicksal als schwer Gelähmter nach einem  Paragleiter-Unfall und seine Freundschaft mit dem unprofessionellen Pfleger Driss bewegten weltweit viele Menschen. Nicht alle könnten gleich „Ziemlich beste Freunde“ werden, aber unsere zerrissene Gesellschaft könne sich nur erneuern, so Philippe, „wenn wir im Anderen seine Vielschichtigkeit, Zerbrechlichkeit und sein Ruf nach Würde“ neu entdeckten. Das „Virus der Hoffnung“ wachse erst in der „bewohnten Stille“, wo wir nämlich unseren „inneren Reichtum“ fänden.
 
Die Resonanz auf die ersten Einladungen an Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen und politischer Richtungen ist gewaltig. Dass nun Stille wie ein geheimes Heilmittel wirkt, scheint nicht nur Bischöfe wie Hermann Glettler und Kardinal Christoph Schönborn zu überzeugen, auch Schauspielerin Maria Happel oder Kollege Cornelius Obonya, ORF-TV-Moderatorin Barbara Stöckl, der Psychiater Michael Lehofer und der Genetiker Markus Hengstschläger haben sich bereits der Aktion angeschlossen.

Wer mitmachen möchte, kann sich auf der Website oder über Facebook eintragen und sich von vielen konkreten Beispielen inspirieren lassen: www.stilleschenken.com
 
(Otto Neubauer, 03.12.2020)

Hausgebet im Advent

In der zweiten Corona-Welle kommen die Einschläge allmählich näher. Immer öfter erleben wir, dass sich ein Bekannter oder Verwandter mit dem Corona-Virus infiziert hat. Immer mehr Menschen müssen in häusliche Quarantäne. Immer ungeduldiger warten viele auf die Fertigstellung eines Impfstoffes gegen Covid 19 und hoffen damit auf ein baldiges Ende der Beschränkungen.

Ungeduld und Hoffnung sind auch zentrale Begriffe in der Adventszeit. Kleine Kinder warten ungeduldig auf das Weihnachtsfest und hoffen auf die Erfüllung ihrer Geschenkwünsche. Christen erwarten, dass Gott wieder spürbar wird in dieser Welt und sehnen sich nach seiner Nähe, die sich in der Geburt Jesu in Bethlehem erfüllt.

Für alle, die in diesen Tagen keine Advents-Gottesdienste besuchen können, gibt es nicht nur unzählige Streaming-Gottesdienste, sondern auch – zum Beispiel von der Diözese Regensburg – eine schöne Vorlage für Hausgebete im Advent (siehe Download unten).

Der Advent erinnert uns daran, dass Gott bereits mitten in unserem Alltag da ist. Wir sind eingeladen, uns aufzumachen und neu auf den Herrn auszurichten, ihm alles hinzuhalten, was uns belastet und schmerzt, was wir nicht verstehen, gerade auch die ganzen Corona-Plagen. Dabei dürfen wir unserer Sehnsucht nach Gottes Gegenwart und Beistand nachspüren und alle unsere Erwartungen auf ihn ausrichten. Die Texte und Lieder der Hausgebete im Advent können uns dabei helfen.

(Johannes Lerch 26.11.2020)

Corona-Witze

Lachen ist gesund. Lachen ist die beste Medizin. Lachen entspannt, und Entspannung können wir gerade alle gut gebrauchen. Wir wollen den Ernst der Lage keinesfalls schmälern und nicht ins Lächerliche ziehen. Die folgende Auswahl an Corona-Witzen soll uns vielmehr ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern, um uns – wenn vielleicht auch nur für einen Augenblick – vom Ernst der Lage abzulenken. Schwierige Situation können wir mit Lachen kreativ bewältigen – vielleicht ein Ventil für so manchen Stress.

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Es ist doch ganz einfach: Wenn die Waage drei Tage eine Inzidenz unter 100 anzeigt, sind wieder Öffnungen des Kühlschranks nach 21 uhr erlaubt.

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Unser Mitgefühl gilt allen verheirateten Männern, die ihrer Frau mal gesagt haben: ‚Ich mache es, wenn ich mal Zeit habe!

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Früher bin ich einfach nur so rumgesessen, heute rette ich dadurch Leben!

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Liebe Mitbürger, dass Sie in Quarantänezeiten mit ihren Haustieren reden, ist völlig normal. Deswegen müssen Sie sich nicht bei uns melden. Eine fachliche Hilfe sollten Sie erst aufsuchen, wenn diese Ihnen anfangen zu antworten!
Besten Dank, Ihre überlasteten Psychiater und Psychotherapeuten.

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Deine Großeltern wurden aufgerufen, in den Krieg zu ziehen.
Du wirst aufgerufen, auf der Couch zu bleiben. Du schaffst das! 

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Hallo Schatz, sitze mit den Jungs in der Kneipe. Hier hat einer gehustet und jetzt ist alles hier abgeriegelt. Komme dann in 14 Tagen nach Hause. Macht Euch keine Sorgen, mir geht es gut.

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Heute kamen zwei Leute mit Atemschutzmasken zur Post. Sofort entstand Panik. Gott sei Dank war es nur ein Überfall, so haben wir uns alle schnell beruhigt.

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Textaufgabe (Immunologische Mengenlehre):  Schwester Uschi hatte 24 Ampullen Impfstoff. Mit 18 davon hat sie die Bewohner eines Pflegeheims immunisiert. Jede Ampulle enthält Material für fünf Impfungen. Das reicht für sechs Impfungen. Jeder Impfling muss zum Zeitpunkt X eine zweite Dosis bekommen. 1,3 Milliarden Dosen sollen 2021 produziert werden, davon 250 Millionen bis Sommer in der 77 000-Einwohner-Stadt Marburg. 30 bis 90 Prozent der Pfleger wollen sich impfen lassen. 300 Millionen weitere Dosen sind bestellt, 200 „fest“, 75 Millionen bis Juli. Wann endet die Pandemie?
(Quelle: FAZ vom 9.1.2021)

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Jetzt wird gesagt, man könnte an Weihnachten mit 10 Leuten ohne Probleme feiern. Aber wer kennt schon 10 Leute ohne Probleme?

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Das einzige, was am heutigen Tag positiv war, ist mein Corona-Test.

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„Warum hast du denn schon am 1. Dezember alle Türchen
an deinem Adventskalender geöffnet?“
Antwort: „Stoßlüften wegen Corona!“

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Chuck Norris hatte Kontakt mit dem Corona-Virus!
Der Corona-Virus muss jetzt für 14 Tage in Quarantäne.

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Ein Kranker ruft die Corona-Zentrale an. Corona-Zentrale:
„Bitte wählen Sie die 1 wenn Sie an Corona erkrankt sind.“
Der Kranke wählt die 1.
Daraufhin die Zentrale: „Sie werden in den nächsten 14 Tagen mit einem freien Mitarbeiter verbunden … legen Sie nicht auf.“

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Sagt gerade ein Virologe im Fernsehen:
„Die beste Waffe im Krieg gegen den Corona-Virus ist der gesunde Menschenverstand!“ … Wir sind verloren! Die meisten von uns sind unbewaffnet!

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Ich habe meiner Nachbarin in der Corona-Krise Hilfe beim Einkaufen angeboten. Sie gab mir ihren Einkaufszettel. Da habe ich alle Rechtschreibfehler korrigiert und ihr den Zettel zurück gegeben. Jetzt dürfte sie keine Probleme mehr haben, die Sachen zu besorgen.

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Ich wollte einen Witz über den Corona-Virus machen.
Aber: Lachen ist ansteckend, darum lass ich es sein.

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Wenn wir dann eines Tages auf die Corona-Zeit zurückblicken, werden wir uns lachend in den Armen liegen und sagen: „Das waren vielleicht verrückte zwölf Jahre!“

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Meine Großmutter ist ganz vernarrt in ihre Singgruppe. Sie hat den Chor-Oma-Virus.
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Unsere Familie bildet sich jetzt in der Corona-Zeit weiter: Meine Schwester macht einen Französisch-Kurs, meine Mutter einen Kochkurs und mein Vater macht Konkurs!

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Es hieß, wir sollten mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander halten. Ich habe sogar 5 Meter Abstand gehalten und muss trotzdem eine hohe Strafe zahlen.
Auf der Autobahn gelten wohl andere Regeln …

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Gegen den Corona-Virus isst man am besten zwei Knoblauchzehen täglich. Das hilft zwar nicht direkt gegen den Virus, sorgt aber für einen ausreichenden Mindestabstand.

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Also wenn der ganze Corona-Stress endlich vorbei ist,
gönn ich mir erstmal ein paar schöne Tage Zuhause auf der Couch!

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Ich kann mich nicht entscheiden, wo ich dieses Jahr die Weihnachtsferien verbringen soll: Im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer.

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Die Kriminalpolizei rät: Seien Sie achtsam und schließen Sie alle Wertsachen ein:
Geldbörse, Handy, Schmuck oder Klopapierrollen.

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Was sagst du? Corona macht doof und gleichgültig?
Keine Ahnung, ist mir auch egal.

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(Johannes Lerch, 22.11.2020)